FeedDurando (Giacomo)
GeschichteBrockhaus 1882

Durando (Giacomo), ital. General und Staatsmann, geb. 1807 zu Mondovi in Piemont, studierte die Rechtswissenschaft und nahm 1830 an der Verschwörung des Jungen Italien teil, welche die Einigkeit und Unabhängigkeit des Vaterlandes erstrebte, wurde verhaftet, entkam jedoch durch die Schweiz nach + wo er in eine Fremdenlegion trat, nach deren Auflösung er als Lieutenant im Heere der Königin Donna Maria von Portugal und später in der Armee der Königin von Spanien Dienste nahm. Er kämpfte mit Auszeichnung gegen die Karlisten, wurde zum Obersten befördert, mußte sich aber nach heldenmütiger Verteidigung der Vorstädte von Saragossa (1843) dem General Concha ergeben und Spanien verlassen. In Marseille, wo er sich anfangs niedergelassen, gab er die damals Aufsehen erregende Schrift De la réunion de la péninsule Ibérique par une alliance entre les dynasties d'Espagne et de Portugab, in Paris 1846 die Schrift La Nazionalità italianap heraus. Im J. 1847 nach Piemont zurückgekehrt, ward er Hauptgründer der (Opinionen und Mitarbeiter an den von Cavour, Valerio u. a. gegründeten polit. Blättern Risorgimentor und Concordiav, welche sämtlich im Gegensatze zu den Umtrieben der republikanischen Partei die Wiedergeburt Italiens durch die konstitutionelle Monarchie der piemont. Dynastie erstrebten. Er kämpfte 1848 als General gegen die Osterreicher; am Tage von Novara war er als Adjutant an der Seite des Königs Karl Albert. D. war in fünf Legislaturperioden Abgeordneter, bis ihn w1855 der König in den Senat berief. Gleichzeitig ernannte ihn Victor Emanuel an La Marmoras Stelle zum Kriegs- und Marineminister, beauftragte ihn 1856, ein neues Ministerium zu bilden, und vertraute ihm im September desselben Jahres den Gesandtschaftsposten in Konstantinopel an, in welcher Stellung er 1861 einen Handelsvertrag mit der Pforte abschloß. Im J. 1862 übernahm D. im Ministerium Rattazzi das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten und besprach in einer diplomatischen Note die Notwendigkeit einer raschen Befreiung Roms und Venetiens. Seine jetzige Stellung ist die eines Präsidenten des obersten militärischen Gerichtshofs in Rom.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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