Dynamologie (grch.), Lehre von den Naturkräften, auch von den Kräften der Arzneien. Dynamomẽéter oder Kraftmesser (frz. dynamomètre, appareil dynamique; engl. dynamometer, dynamometrical brake) sind Apparate zum Messen von Zug- und Druckkräften oder, wenn diese Kräfte zur Überwindung von Widerständen dienen, Mr Messen der hierbei geleisteten mechan. Arbeit. dan kann die D. in drei Klassen einteilen: solche mit direkter Messung bei fortschreitender Bewegung, solche mit direkter Messung bei drehender Bewegung und solche mit indirekter Messung. In die erste Klasse gehören die Wagen (s. d.) zum Messen der Schwerkraft, die Manometer (s. d.) zum Messen des in einem Raum herrschenden Drucks und die Apparate zum Messen von Zugkräften, z. B. der Leistung eines vor einen Wagen, Pflug u. s. w. gespannten Zugtiers (Zugdynamometer). Letztere bestehen aus einer Stahlfeder, welche zwischen Zugtier und Wagen eingeschaltet wird und durch ihre Formveränderung ein Maß für die ausgeübte OMessen gibt. Die D. der zweiten Klasse dienen zum Messen der zum Betrieb einer Arbeitsmaschine mit rotierender Bewegung notwendigen mechan. Arbeit und sind so eingerichtet, daß sie, wie die D. der ersten Klasse, die Größe des ausgeübten Drucks mittels der Durchbiegung einer Stahlfeder zur Erscheinung bringen, gleichzeitig aber auch die Anzahl der gemachten Umdrehungen angeben und so die mechan. Arbeit als Produkt aus beiden Größen darstellen. Die dritte Klasse bilden die Apparate zum Messen der Kraftleistung von Kraftmaschinen mit rotierender Bewegung. Das Prinzip derselben beruht darauf, daß die von einer Maschine geleistete Arbeit durch Reibung absorbiert und nach der Größe der hierzu nothwendigen Reibung die geleistete Arbeit bestimmt wird. Die Reibung wird durch eine auf die Welle der Maschine wirkende Bremse erzeugt, weshalb man diese Art D. gewöhnlich als Bremsdynamometer bezeichnet. Der einfachste und zugleich am meisten angewendete Bremsdynamometer ist der sog. Prouysche Zaum, der bei der Untersuchung der dampfmaschinen, Wassermotoren u. s. w. in jedem 7 die wirklich geleistete Arbeit Rutzarbeit) einer aschine ergibt. Konstruktion und Anwendung desselben sind durch vorstehende Figuren erläutert. Auf der Hauptwelle des Motors ist eine gußeiserne Scheibe à genau rundlaufend befestigt, welche oben von der Bremsbacke b und unten von dem Bremsband bi umfaßt wird; letzteres kann durch die durch den Bremsbalken h gehenden Schrauben ss angezogen werden. Der Bremsbalken besteht aus zwei durch Schrauben verbundenen Bohlen und die Bremsbacken müssen so zusammengesetzt werden, daß sie überall mit der Hirnseite auf der Scheibe a anliegen. Zur Verminderung der bei der starken Reibung auftretenden Wärme müssen dieselben stets mit Seifenwasser gekühlt werden, das von oben mittels eines Trichters zugeführt wird. Damit bei zu starkem Anziehen der Schraubers der Bremsbalken nicht mit herumgerissen wird, muß das Ende desselben durch ein starkes Tau t mit dem Fußboden verbunden sein, während ein Herunterfallen durch den untergestellten Bock B verhindert wird; beide Haltevorrichtungen gestatten jedoch dem Balken innerhalb gewisser Grenzen eine freie Beweglichkeit. Das Ende des Bremshebels wird durch Gewichte oder durch eine Federwage P belastet und die Schrauben ss werden so lange angezogen, bis die Welle des Motors die verlangte Anzahl Umdrehungen pro Minute macht, wobei sich der Bremsbalken zwischen den beiden Begrenzungen durch den Bock und das Tau in der horizontalen Lage erhält. Bezeichnet man mit P die bei v angehängte Last, vermehrt um das reduzierte Gewicht des Bremsbalkens und der Federwage, mit 1 die horizontale Entfernung vom Aufhängepunkt v der Last bis Mitte Welle und mit n die Anzahl der Umdrehungen pro Minute, so ist die Nutzleistung Nin Pferdestärken: N 75.30 P, wobei 1 in Metern, P in Kilogrammen auszudrücken ist.