Earlom (Richard), Kupferstecher, hauptsächlich als Verfertiger von Schabkunstblättern thätig, geb. in Somersetshire 1718. Gemäß der eminent malerischen Richtung, welche im Stichwesen seiner Zeit vorherrschte, wußte er die koloristische Wirkung der damals so beliebten geschabten Blätter noch zu erhöhen, indem er einzelne Partien durch Atzung Kufnahme ein Genre, welches durch ihn sehr in Aufnahme kam. Sein Werk umfaßt die bedeutendsten gleichzeitigen Maler Italiens, Frankreichs, Englands und der Niederlande; so lieferte er Blätter nach Rubens, van Dyck, Hobbema, Rembrandt, Poussin, Claude Lorrain (das berühmte liber veritatis, worin des Malers von ihm selbst als echt anerkannte Werke nach dessen Originalzeichnungen in über 200 Blättern dargestellt sind), Annibale Carracci, Carlo Dolce, Giordano, Tintoretto, Sacchi u. s. w. Seine eigenen Zeichnungen wurden bisweilen von andern geschabt, so die nach dem Gemälde Contarinis gezeichnete Radonna durch Robert Lowrie. E. starb 1794 in London.