Edelinck(Gerard), berühmter Kupferstecher, geb. zu Antwerpen 1649, erhielt, nachdem er sich in seiner Vaterstadt die Elemente seiner Kunst zu eigen gemacht, in Paris seine Ausbildung, wo ihn Ludwig XIV. durch Gunstbezeigungen zu fesseln wußte. Als Kupferstecher des Königs und Mitglied der Malerakademie starb er daselbst 1707. Unter seinen ahlreichen Kupferstichen sind besonders hervorzueben die große heilige Familie nach Rafael, Alexanders Besuch bei der Familie des Darius nach Lebrun, das Reitergefecht en Driemals Zeichnung des Leonardo da Vincischen Originals, und vor allen das Kreuz, von Engeln umgeben, nach Lebrun. Bei seinen größern Blättern nach histor. Gemälden verfuhr er oft ohne Rücksicht auf deren Wert; viele Bilder sind erst durch seine Meisterhand berühmt geworden. Auch in Porträts, deren er eine große Anzahl hinterlassen hat, war er sehr glücklich. Ein einfacher und dabei glänzender Grabstichel, korrekte, leichte Zeichnung, Naturtreue und eine unnachahmliche Harmonie in der Ausführung weisen E. einen hohen Rang unter seinen Kunstgenossen an; er gehört zu denjenigen Stechern, welche den malerischen Stil in diese Technik einführten. Weder sein Bruder Johann E. (geb. 1630), noch sein Sohn, Nikolaus E.(geb. zu Paris 1680, gest. 1768), welche ihm in seiner Kunst nacheiferten, beß de ihn erreicht.