Eccard (Johs.), einer der größten deutschen prot. Kirchenkomponisten, geb. 1553 zu Mühlhausen in Thüringen, erhielt den ersten Musikunterricht durch Joachim a Burgk, mit welchem er auch später gemeinsam mehrere Kompositionen veröffentlichte, und wurde dann von 1571—74 zu München der Schüler des berühmten Orlando Lasso (s. d.). Hierauf besuchte er Italien, trat 1578 als Kapellmeister in die Dienste Jakob Fuggers zu Augsburg und kam 1583 als Vizekapellmeister und Adjunct des Hofkapellmeisters Th. Riccius nach Königsberg, wo er 1599 dessen Nachfolger wurde. Im J. 1608 als kurfürstl. brandenb. Kapellmeister nach Berlin berufen, starb er dort 1611. Unter seinen verschiedenen Werken, die meistens aus weltlichen und geistlichen Liedern zu deutschen Texten bestehen, ragen hervor die beiden Chorwerke: „Geistliche Lieder, auf den Choral oder gemeine Kirchenmelodey durchaus gerichtet und mit fünf Stimmen komponiretv (2 Tle., Königsb. 1597) und Preußische Festlieder durchs ganze Jahr mit 5, 6, 7 und 8 Stimmeny 2 Tle., Königsb. 1598). Beide Werke gab E.s Schüler Stobäus 1634—44 in Danzig neu heraus; auch sind sie in neuerer Zeit von W. Teschner in Partitur herausgegeben worden (Lpz. 1858—60). Auf die Bedeutung E.s hat C. von Winterfeld zuerst aufmerksam gemacht im 1. Bande seines großen Werks Der evang. Kirchengesango, wo auch die schönsten Sätze aus den genannten Chorwerken mitgeteilt sind. E. schloß sich eng an den luth. Choral, wußte denselben aber so zu behandeln, daß trotzdem allen Anforderungen der höhern Kunst Genüge geschah, was bis auf seine Zeit bei Choralharmonisierungen nicht der Fall gewesen war. In der Vorrede konnte er die 1597 erschienenen ageistlichen Lieder» deshalb mit Dahn als die ersten ihrer Art bezeichnen, eindem bis dahin noch kein Gesangbuch erschienen ist, worin die Gesänge auf diese Weise musikalisch, der Kunst gemäß, vorkommene. Die Festlieders mit ihrem freiern und höhern Schwung stehen den Chorliedern würdig zur Seite. Alles was E. schreibt ist kunstvoll und gesanglich wohlklingend, sinnig und nicht ohne Erhabenheit, obwohl das Gebiet des Erhabenen von H. Schütz und spätern Meistern mit noch größerm Erfolg angebaut wurde. In dem musikalischen Kunstschatze der evang. Kirche werden die mehr in kleinen als in großen Formen geschriebenen Chorgesänge Ers stets einen hohen Wert besitzen. Eooe homo (lat., d. h. Sieh, welch ein Menschh), nach Joh. 19, 5 der Ausruf des Pilatus, als er Christus 5 der Geißelung und Krönung dem Volke vorstellte, um es zum Mitleid zu bewegen. In der Kunst bezeichnet man mit dem Eece homo auch die Darstellung der Scene selbst, in welcher die Person des dornengekrönten, bluttriefenden und mit dem Purpurmantel bekleideten Erlösers meist allein oder auch, zur Erhöhung der Wirkung, in Begleitung zweier Kriegsknechte, meistens in Halbfiguren, vorgeführt wird. Das Eece homo wird erst seit dem 15. Jahrh. häufiger. Als großes histor. Gemälde in ganzen Figuren hat es Tizian in seinem für die Familie d'Anna in Venedig gefertigten Bild (ietzt im Belvedere zu Wien) behandelt. Ecelesfield, Stadt in der engl. Grafschaft York, West-Riding, 7 km nördlich von Sheffield, an der Leeds-Sheffield-Bahn, zählt (1881) 21 158 E. Für Stahlwaren und Messer ist E. gewissermaßen eine Filiale von Sheffield. Eceleshall, Stadt in der engl. Grafschaft Stafford, 11 Kmeim NW. von Stafford, nahe am Sow, mit (1881) 5708 E., welche Leder und Schuhwerk fabrizieren. In die dortige Kirche flüchtete sich die Königin Margarete, Gemahlin Heinrichs VI., nach der Schlacht von Bloreheath (1459).