Bruch (Mar), deutscher Komponist, geb. 6. Jan. 1838 zu Köln als Sohn eines Beamten, zeigte frühzeitig Anlagen für Musik, genoß seit 1850 den Unterricht Hillers in der Komposition, ward 1852 Stipendiat der Mozart-Stiftung zu Frankfurt a. M., machte 1853—57 unter Breunung und Karl Reinecke in Köln noch weitere Klavierstudien und brachte den Winter 1857/58 in Leipzig zu. Nachdem B. sich nun wieder bis 1861 in Köln aufgehalten, lebte er mehrere Jahre auf Reisen durch Deutschland, zu Paris und Mannheim, wurde 1865 Musikdirektor in Koblenz, war 1867—70 Hofkapellmeister in Sondershausen, lebte dann bis 1873 in Berlin, darauf in Bonn, übernahm 1878 die Leitung des Sternschen Gesangvereins in Berlin, vertauschte aber 1880 diese Stelle mit der eines Musikdirigenten der Philharmonic Society in Liverpool. B. gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Das Gelungenste leistet er in der Vokalkomposition in Verbindung von Chor und Orchester; weniger gelingt ihm der Sologesang. Den meisten Erfolg unter B.s Kompositionen haben bisjetzt seine 1864 entstandenen 4Scenen aus der Frithjofssaga » (fur Soli, Männerchor und Orchester) und sein Odysseuso (ebenfalls für Soli, Chor und Orchester) gehabt. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen: die Opern „Loreleyo (Text von Geibel, 1863) und Sopransolo, Chor und Orchester), Die Birken und die Erlen⸗ (für Sopransolo, Chor und Orchester), «Schön Ellen » (für Solo, Chor und Or ester), „Normannenzugo (für Männerchor und Or ester)/ Kyrie, Sanctus und Benedictus (für gemischten Chor und Ozref Me (Gesang der heiligen drei Königey (für drei Männerstimmen und Orchester), „Rorate coelis (fur gemischten 1 und Orchester), 50 010 auf seines Vaters Grabhügely (für Baritonsolo, Frauenchor und Orchester), «Salamisv, «Röm. Leichenfeier» (für gemischten Chor) und Orchester), Die Flucht nach Agyptenv (für Sopransolo, Frauenchor und Orchester), Schillers Lied von der Glockes (1878, für Soli, Chor und Orchester); ferner Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, Männerquartette, zwei Symphonien, zwei Violinkonzerte, von denen namentlich das erste weite Verbreitung gefunden hat, ein Klaviertrio, Klavierstücke verschiedener Art u. s. w.