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AllerleiBrockhaus 1882

Ecrasez L'infame! (zu ergänzen superstition oder église), d. h. Nieder mit dem infamen Aberglauben (der Kirche), ein in Voltaires Briefen häusig wiederkehrender Ausdruck. Viele seiner Briefe (namentlich an d'Alembert und Damilaville) unterzeichnete er statt mit seinem Namen mit „Eer. P'inf.v oder Eerlinf.v zur Täuschung der mit der Cröffnung staatsgefährlicher Briefe betrauten Beamten. Eeretieren (frz.), den Kamm eines Festungswerks wegschießen. Eoriture (frz.), Schrift, Handschrift (Art zu schreiben), Schriftstück; Ila sainte E. oder les Gaintes) Eeritures, die Heilige Schrift, Bibel. Eesed (spr. Etsched), ausgedehnter Sumpf in Ungarn, in der Nähe von Nagy-Käroly, ist durch die Verflachung des Kraßnaflusses in histor. Zeit entstanden. Er ist 229 akm groß, seine Tiefe ist sehr ungleich und variirt von 1,28 bis 2,52 m. Auf dem Sumpfgebiete findet man einzelne Erlenbestände, viel Röhricht; der Sumpf ist reich an Fischen und wildem Geflügel. Durch die teilweise Kanalisierung des Sumpfes selbst, sowie infolge der Regulierung an den Flüssen Kraßna und Szamos hat der Sumpf in neuester Zeit an Ausdehnung abgenommen. Eou (frz., „Schildo) ist der Name der frühern Hauptsilbermünze Frankreichs, des franz. Thalers. Der E. hieß auch Louis blane oder Louis Cargent. Zuerst wurde er unter Ludwig XIII. in den J. 1640 und 1641 geprägt, und zwar nach dem Muster der span. Piaster. Er sollte 11 Deniers (14 Loth 12 Gr.) fein sein und 81½2 Stück aus der franz. rauhen Mark, also 9/11 Stück aus der feinen Mark geprägt werden. In der Wirklichkeit kamen jedoch nur 9117½½1 Stück auf die feine Mark. Man prägte auch halbe, viertel und zwölftel E. in gleichem Feingehalt und Gewichtsverhältnis aus. Unter Ludwig XIV. wurden die Wertbestimmungen des E. außerordentlich oft verändert, wie denn z. B. im J. 1709 der E. gleich 5 Livres gesetzt wurde. Von 1726 bis 1785 gingen 9/¾3 Stück auf die feine Mark und man setzte den E. neuf (Neuthaler oder Laubthaler) gleich 6 Livres; der halbe zu 3 Livres wurde dann petit E. genannt. Außerdem wurden noch fünftel E. zu 24 Sous, zehntel zu 12 Sous und zwanzigstel zu 6 Sous geschlagen. Je nach dem Gepräge führten die E. verschiedene Namen, wie z. B. die E. aux trois couronnes (Kronenthaler) von 1709 bis 1718 und die Bidets neufs oder E. aux LLde Louis XV von 1724 bis 1726. Der E. wurde durch das Münzgesetz vom J. 1803 gänzlich abgeschafft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 732Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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