FeedAmsler (Samuel)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Amsler (Samuel), ausgezeichneter Kupferstecher, geb. 17. Dez. 1791 zu Schinznach in der Schweiz, erhielt den ersten Unterricht in der Kupferstecherkunst durch Oberkogler, später durch Lips in Zürich, und studierte seit 1814 unter Karl Heß in München. Nachdem er eine Magdalena nach Carlo Dolce als seine erste größere Arbeit vollendet hatte, ging er 1816 nach Rom, wo er sich der neudeutschen Schule anschloß. In mehrern Blättern, die er nach Statuen von Thorwaldsen stach, suchte er mit dem glücklichsten Erfolge die einfache Weise des Marc-Antonio mit pietätvoller Auffassung des Originals zu verbinden. Gemeinschaftlich mit Barth aus Hildburghausen stach er das Titelblatt zu den Nibelungen, nach einer Zeichnung von Cornelius. Während seines zweiten Aufenthalts in Rom (1820 —24) begann er sein großes Werk, den Triumphzug Alexanders nach Thorwaldsen (herausg. mit Erläuterungen von Schorn, Münch. 1835). Nachdem er 1829 in die münchener Akademie eingetreten war, vollendete er 1831 sein großes Blatt nach der Grablegung von Rafael im Palast Borghese, durch das er, ebenso wie durch den Christus nach Danneckers Statue, in Gründlichkeit der Zeichnung und freier, kräftiger, dem Original angemessener Behandlung des Grabstichels sich den ausgezeichnetsten Meistern der Kupferstecherkunst an die Seite stellte. Dann folgten (1835) die Heilige Familie Rafaels in der münchener Pinakothek und (1836) die Madonna di casa Tempi ebendaselbst. Nebenbei fertigte er auch zahlreiche kleine Arbeiten, „B. nach Kaulbach, Schwanthaler und Cornelius. Bedeutend ist auch sein «Johannesv nach Domenichino. Sein letztes großes Werk, welches er 1840—47 ausführte, war ein Stich nach Overbecks Triumph der Religion in den Künsten» (zu Frankfurt im Städelschen Institut). A. starb 18. Mai 1849 zu München. Seine künstlerische Richtung ing weniger auf die effektreiche Darstellung der arbentöne als auf eine reine und edle Behandlung der Form. Der ernste und einfache Charakter feiner Stiche, der zuweilen nicht ganz frei von Härte ist, erinnert vielfach an Dürer, an dem sich A. herangebildet hatte. ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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