FeedDorigny (Michel)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Dorigny (Michel), franz. Maler und Kupferstecher, geb. zu St. Quentin um 1617, war ein Schüler Simon Bouets und starb um 1663 als Professor der Akademie zu Paris. Er zeigt in seinen Arbeiten kühne Ausführung und gute Behandlung des Lichts, aber manche Fehler in der Zeichnung. Von den Werken seines Lehrers ätzte er über hundert. — Sein Sohn, Louis D., geb. zu Paris 1654, ein Schüler Lebruns, ging später nach Italien, malte im Dom von Trient und starb 1742 in Verona. — Nicolas D., der zweite Sohn, geb. 1657 zu Paris, der als Kupferstecher den Vater und Bruder übertraf, hielt sich 22, nach andern 28 Jahre in Italien auf. Um die Kartons Rafaels zu Hamptoncourt zu stechen, ward er 1711 von Georg I. nach England berufen und wegen der bewiesenen Meisterschaft zum Ritter erhoben. Nach seiner Rückkehr — Frankreich 1724 wurde er 1725 Mitglied der Alademie in Paris und starb daselbst 1746. Seine besten Stiche außer jenen Kartons sind die Verklärung nach Rafael, die Fabel der Psyche nach demselben und die Apotheose der heil. Petronilla nach Guercino. Sein Stich ist leicht und kräftig und die Arbeit mit der Nadel und dem Grabstichel glücklich verbunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 489Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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