Egressy (spr. Egreschi, Gabriel), eigentlich alambos, ausgezeichneter ungar. Schaulpieler, geb. 3. Nov. 1807 in Lasszlöfalu im Borsader Komitat als Sohn eines reform. Geistlichen, ent10 aus Miskolcz, wo er das Gymnasium besuchte, schloß sich wandernden Schauspielertruppen an und fand dann an dem damals bedeutendsten ungar. Theater, in Klausenburg, Anstellung. Um sich an den Künstlern des Burgtheaters zu bilden, ging er nach Wien, dann nach Pest, wo er schon 1837 eine Hauptzierde des eben eröffneten Nationaltheaters war. Im J. 1843 lebte er in Paris, um die franz. Schauspielkunst zu studieren. 3 den Revolutionsjahren 1848—49 war er kurze Zeit Regierungskommissar in der Theißgegend, wurde aber seiner zu großen Härte wegen bald abberufen. Nach der Revolution floh er in die Türkei, kehrte aber bald zur Bühne zurück und starb, vom Schlag gerührt, 30. Juli 1866 vor Schluß der Vorstellung des Obernyikschen Trauerspiels Georg Brankovicsv, in dem er den Titelhelden spielte. E. zeichnete sich durch großartige originelle Auffassung, vollendeten Vortrag und charakteristische Mimik aus und war in der Tragödie ebenso vorzüglich wie im Konversationsstück und in komischen Rollen. Shakspeares Stücke verpflanzte er in (zunächst meist nach dem Deutschen gearbeiteten) übersetzungen auf die ungar. Bühne und feierte als Hamlet, Uphe. Lear, Heinrich VIII. u. s. w. große Triumphe. Im J. 1860 redigierte er eine ungar. Theaterzeikung, schon früher gab er «Shakspeare-Studieno heraus, 1866 erschien sein «Handbuch der Schauspielkunsty. Auch ein Tagebuch seines Aufenthalts in der Türkei hat er 1851 veröffentlicht. — Sein Sohn Akusius E., der in vielem an den Vater gemahnt, ist Mitglied des ungar. Nationaltheaters.