FeedEgmont (Justus van)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Egmont (Justus van), Maler, geb. zu Leiden 1602, Schüler des Rubens, vorher aber von van den Hoeck unterrichtet. Er war zwar ein selbständiger Meister und als solcher auch in der Schilderbent aufgenommen, half aber dem berühmten Künstler vorzugsweise bei dessen umfassenden Aufträgen. Von Antwerpen begab er sich 1628 an den franz. Hof, wo er zu ansehnlichen Ehren gelangte; er wurde königl. Hofmaler und Mitglied der 1648 gegründeten Akademie in Paris. Wieder in die Heimat zurückgekehrt, starb er zu Antwerpen Anfang des J. 1674, nicht bereits 1657. Seine Malweise schließt sich dem Schultypus des Rubensschen Ateliers an, ohne daß sie jene des Meisters erreichte. Im Porträt ist E. vorzüglicher als im histor. Genre; seine Bildnisse Philipps IV. von Spanien, Erzherzogs Leopold Wilhelm und eines Unbekannten in der kaiserl. Galerie zu Wien geben davon den Beweis. In Paris malte er die Könige Ludwig XIII. und XIV., welche von J. Falck gestochen sind. Zu seinen berühmtesten Historienbildern gehören der heil. Franziskus, die Krönung der Jungfrau, Romulus und Remus von der Wölfin gesäugt, eine heil. Cäcilia im Privatbesitz in Potsdam. Auch G. Valck und Bruant haben seine Gemälde in Stich reproduziert. mond.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 781Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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