FeedEinbeck
ErdkundeBrockhaus 1882

Einbeck, früher meist Eimbeck genannt, Kreisstadt im Landdrosteibezirk Hildesheim der preuß. Provinz Hannover, an der Ilme, unweit deren Mündung in die Leine, und an der Linie C.⸗Salzderhelden der Braunschweigischen Eisenbahn, die ehemalige Hauptstadt des Fürstentums Grubenhagen, ist Sitz eines Verwaltungsamts und eines Amtsgerichts und zählt (1880) 6815 E. Die Stadt besitzt drei protestantische, eine kath. und eine Baptistenkirche, sowie einen jüd. Tempel. Der große und schöne Münster enthält die Begräbnisstätte der Herzöge von Grubenhagen. E. hat zwei prot. Stifter (Alexanderstift und das zur Jungfrau Maria), ein Waisenhaus, ein großes Bürgerasyl, zwei Armenhäuser, ein Realgymnasium, eine Handelsschule, eine Gewerbeschule, eine Volksschule, Bürgerschule, eine höhere Töchterschule, ein Technikum für Maschinenbauer und eine Webschule. Außer Strumpfwirkereien, Gerbereien, Woll- und Leinenwebereien unterhält die sehr betriebsame Bevölkerung noch eine Zuckerfabrik, mehrere Spinnereien, eine Tapetenfabrik, mehrere Tuch- und Cigarrenfabriken u. s. w. Von Bedeutung ist der Woll⸗, Garn- und Leinenhandel, für welchen letztern sich hier eine Legge befindet. Im Mittelalter war das Eimbecker Bier berühmt, das noch jetzt in zwei Dampfbrauereien Aufidn und in ferne Gegenden versandt wird. Auf den benachbarten Höhenzügen sind wertvolle Buchenwaldungen, meist Eigentum der Stadt. — Ihren Ursprung verdankt die Stadt den häufigen Wallfahrten zum Blute des Erlösers in der Kapelle am Münster, die vom Grafen Dietrich II. von Katlenburg 1080 zum Stift erhoben wurde. Sie war Hansestadt und befestigt, schloß sich 1542 dem Schmalkaldischen Bunde an, wurde 24. März 1626 von Pappenheim, 14. Okt. 1641 von Piccolomini erobert, aber 18. Sept. 1643 von den Kaiserlichen wieder geräumt. Im Siebenjährigen Kriege ward E. von den Franzosen wiederholt besetzt und der Festungswerke beraubt. Vgl. Harland, «Geschichte der Stadt E.v(Einb. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 821Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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