Einfriedigung nennt man die Einfassung von Feldern, insbesondere aber von Gärten u. s. w. durch Mauern, Stakete, Zäune, Hecken u. dgl. Die sicherste, zugleich aber teuerste E. ist die Mauer, nicht viel weniger teuer das Eisengitter auf einer Sockelmauer. Bretterwände, Latten⸗ und Spriebumger kommen in holzreichen Gegenden zwar illiger zu stehen, haben aber eine geringe Dauer und erfordern häufige Ausbesserung und in ver-Pese undtn kurzer Zeit Erneuerung. Als die este und billigste E. ist entschieden die Hecke oder der Lebendige Zaun zu betrachten. Diese bietet den sichersten Schutz gegen Eindringlinge, erfreut das Auge durch ihr frisches Grün, bietet insektenfressenden Vogelarten Gelegenheit zum Nisten und läßt sich in malerischer Weise dekorieren, z. B. dadurch, daß man hier und da einige harte Schling- und Kletterpflanzen, wie die Zaunrübe (Bryonia alba), Hopfen, in frischem Boden Bittersüß (Solanum Dulcamara) u. a., dagegen pflanzt, wiewohl man damit die Sorge auf sich nimmt, diese Gewächse in den nötigen Schranken halten zu müssen. Die wesentlichste der an einen lebenden Zaun zu stellenden Anforderungen besteht darin, daß er vom Boden bis zu der angenommenen Höhe für die Dauer eine lückenlose, gleichmäßig dichte Wand darstelle, welche auch dem Eindringen von Hasen, Kaninchen, Hunden u. s. w. wehrt. Unter denjenigen Gehölzen, welche für die Herstellung einer solchen E. allen andern vorzuziehen sind, steht der Weißdorn (Crataegus Oxyacantha und monogyna) wegen seiner Dauerhaftigkeit, kräftigen Bewehrung, glänzend grünen Belaubung und hübschen Blüte obenan, unter der Voraussetzung, daß die hierzu nötigen Pflanzen nicht etwa in der Wildnis gesammelt, sondern mit Sorgfalt aus Samen gezogen, mehrmals unter Einstutzung der Wurzeln in nahrhaften Boden pikiert und ordnungsmäßig gepflegt werden. In Bezug auf das Technische der Pflanzung ist zu bemerken, daß die knochenharten Samen nach dem Einsammeln in Sand eingeschichtet und so ein Jahr lang aufbewahrt und erst dann, wenn die Hülle hinreichend mürbe geworden, gesäet werden müssen, und daß es notwendig ist, den neu angelegten Zaun reichlich zu bewässern und je länger desto besser durch den Schnitt in Ordnung, auch von Ungeziefer, hauptsächlich von den Raupennestern des Goldafters oder Weißdornspinners (Porthesia chrysorrhoea) rein zu halten. Der Schnitt trägt sehr wesentlich dazu bei, daß der Stamm und die Aste immer wieder mit jungen Zweigen sich bekleiden und der Zaun von Jahr zu Jahr dichter wird. Dies gelingt besonders dann auf das vollständigste, wenn man überall, wo es angeht, sich kreuzende oder absichtlich in diese Lage gebrachte Zweige mit Draht eng zusammenschnürt und dadurch ihre Verwachsung herbeiführt. Um eine solche E. zu verschönern, kann man in geeigneten Abständen einige Pflanzen zu einem kleinen Stamm auswachsen lassen, den man durch Okulation mit dem prächtigen gefüllten Rotdorn besetzt. material ist der Wildapfel (Pirus silvestris). Der gemeine Sanddorn (Hippophas Rhamnoides) würde mit dem Weißdorn rivalisieren können, wenn er nicht die unangenehme Eigenschaft hätte, unten bald kahl zu werden und dann einen nur ehr unvollkommenen Schutz zu gewähren. Dem Leißdorn und dem Wildapfel steht auch der sonst durch Wuchs und Bewehrung wohlgeeignete Schlehendorn (Prunus spinosa) nach, weil seine zahlreichen Ausläufer nicht nur den Mutterstock bald der Verkümmerung entgegenführen, sondern auch das angrenzende Kulturland aussaugen und auch sonst höchst unbequem werden. Unter den Nadelhölzern ist zur Bildung eines schönen, dichten Zauns am besten die gemeine Eibe (Laxus baccata) geeignet, voringsweise in schattiger Lage.