FeedEishandel
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Eishandel, erblüht, der seinen Bedarf an Material, soweit es in nächster Nähe nicht zu beschaffen ist, durch Bezüge aus den amerik. Seen, aus nordischen Ländern, zum Teil auch von den Alpengletschern deckt, oder dasselbe künstlich, mittels Eismaschinen (. d.) darstellt. Von größter Wichtigkeit ist das E. ferner für die Bierbrauerei. Die Ausführung des bayr. Brauverfahrens, welches, mehr oder weniger modisiziert, mit Ausnahme von England jetzt überall eingeführt ist, ist nur bei Anwendung reichlicher Mengen von E. zu ermöglichen. Die Bierwürzen können nur durch Eiskühlung auf die niedrige Temperatur herabgebracht werden, bei denen sie zur Gärung angestellt werden, die bei der Gärung frei werdende Wärme wird durch E. abgeleitet und namentlich kann die mehrere Monate sich hinziehende Nachgärung nur in durch CE. kalt gehaltenen Kellern vorgenommen werden. (S. Bier und Bierbrauerei.) Auch die Spiritusfabrikation konsumiert große Mengen von E., um während des Sommerbetriebs die Maischen zu kühlen. Statt des Natureises wird neuerdings auch vielfach in Eismaschinen bereitetes Kunsteis angewendet, letzteres hat vor dem Natureis jedenfalls den Vorzug, daß es aus absolut reinem Wasser hergestellt werden kann, während jenes nicht selten von schmutzigen Teichen, Tümpeln und Lachen oder sonstigen verunreinigten Gewässern entnommen wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 843Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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