Eisenbahnfusion nennt man die Verschmelzung zweier oder mehrerer selbständiger Eisenbahnunternehmungen zu einem einheitlich verwalteten Netze. In den ersten Anfängen des Eisenbahnwesens beschränkte sich die Ausdehnung der einzelnen Betriebsverwaltungen auf eine geringe, kaum 250— 350 km übersteigende Bahnlänge. Die Zahl der selbständigen Unternehmungen srieg jedoch schnell, sobald dieselben als gewinnbringend erkannt wurden, sodaß die Zunahme der Zahl der Unternehmungen gleichen Schritt hielt mit der zunehmenden Erweiterung des Gesamtnetzes. Die Notwendigkeit der Herstellung direkter Verbindungen zwischen den hauptsächlichen Verkehrspunkten durch Vereinbarung direkter Tarife und durchgehender Züge, die notwendige Verständigung der einzelnen Verwaltungen über gemeinsame Einrichtungen und gemeinsame Interessen ließen bald die Schwierigkeiten und Hindernisse erkennen, welche mit einer großen Zahl selbständiger Betriebsfaktoren verbunden sind. Hierzu kam die Einsicht, daß mit der Ausdehnung der Verwaltung die sog. Kallgemeinen Kostenv derselben verhältnismäßig abnehmen, sowie andererseits die Erkenntnis der immer mehr hervortretenden überlegenheit einheitlich betriebener Linien gegenüber dem Stückbetriebe der Teilstrecken konkurrierender Routen. Neben der Erweiterung und Verdichtung des Netzes, neben der Bildung neuer Unternehmungen zeigt sich daher schon bald die Tendenz der Verschmelzung der einzelnen Unternehmungen zu größern Betriebssystemen. Je mehr der Ausbau des Netzes der Hauptlinien sich seinem Abschlusse nähert, um so mehr tritt diese Tendenz hervor. Die Vermeidung unnötigen Kostenaufwandes, unnötiger Friktionen, die Notwendigkeit einer schnellern und einfachern Verständigung über gemeinsame Angelegen-Laupr die Bildung geschlossener Routen für die hauptsächlichsten Verkehrsströmungen, endlich das natürliche Übergewicht der mächtigern Verwaltungen über die in demselben Verkehrsgebiete belegenen kleinern Unternehmungen, alle diese Umstände haben die verschiedenen Formen der Fusion des Eigentums, des Betriebes oder der Interessen der Eisenbahnen an die Hand gegeben, durch welche eine allmähliche Reduktion der Zahl selbständiger Betriebsfaktoren herbeigeführt wird. In den Ländern des Privateisenbahnbetriebes sind es wenige große Gesellschaften, welche die übrigen Unternehmungen allmählich in sich aufgenommen haben. Die nachstehende Übersicht zeigt, wie die 11 Haupt-Eisenbahnich sämtlich aus einer mehr e kleinerer Unternehmungen Entwickelungsverhältnisse er 11 Haupt-Eisenbahngeg Zusammen 8790ʃ6665 dem Betriebe übergebenen 1870 11013 Miles. ö id haben auch in Frankroße Zahl kleinerer Gesellmen. durch Fusion in den Besitz welchen neben den Privatn lebenskräftiger Staatsntwickelung gekommen ist, dtaate ein wesentlicher Ander kleinern Unternehmun3 ist dies der Fall in Preu-Württemberg, Baden, Belsegen. Es findet sich so in enbahnwesens aller Länder „mit welchem die Verdich-Entwickelung des auf die nen Verkehrs eine gewisse gleichmäßi HHπν gung der Bahnen zu einem oder wenigen großen Betriebssystemen. Es ist deshalb anzunehmen, daß die C. eine im Wesen des Eisenbahnbetriebes und in den Bedürfnissen des Eisenbahnverkehrs begründete Notwendigkeit ist.