Eisensinter (Arseneisensinter, Phosphoreisensinter, Pittizit, Diadochit) ist eine gewöhnlich nierenförmige und stalaktitische, schalig zusammengesetzte Mineralsubstanz, von muscheligem Bruch, brauner und gelber Farbe, Glas⸗ und Fettglanz, dabei durchscheinend, spröde und sehr leicht zersprengbar; das spezifische Gewicht geht von 1,9 bis 2,5. Der Hauptsache nach ist dieselbe als ein wasserhaltiges Gemenge von arsensaurem und schwefelsaurem Eisenoryd zu betrachten, mit ganz schwankenden Verhältnissen der Zusammensetzung, indem bald das eine, bald das andere Salz vorwaltet. Diese Masse geht zum Teil aus der Zersetzung der Arsenkiese hervor und verfestigt sich, wie man auf einigen Gruben von Freiberg wahrnehmen kann, aus dem butterreichen, selöst sirupähnlichen Zustande. Die arsenreichen E. finden sich z. B. auf dem Erzgebirge, am Graul bei Schwarzenberg, am Rathausberg bei Gastein, die phosphorreichen zu Garnsdorf bei Saalfeld, Arnsbach bei Gräfenthal, Vedrin in Belgien. minmmr (Spateisenstein, Siderit), ein rhomboödrisch krystallisierendes, mit dem Kalkspat isomorphes (Polkantenwinkel des Grundrhomboséders 107°), aber weitaus formenärmeres Mineral, welches chemisch aus kohlensaurem Eisenoxydul besteht. Die Rhomboéder sind oft sattelförmig oder linsenförmig gekrümmt. Der E. ist nach dem Grundrhomböder spaltbar, im frischen Zustande glas- bis perlmutterglänzend und gelblichgrau, aber bei begonnener Umwandlung in Brauneisenstein schwärzlichbraun, matt und undurchsichtig, von der Härte 4, dem spezifischen Gewicht 3,7 bis 3,9. Als Eisencarbonat FeCO; enthält er normal 62,7 Proz. Eisenoxydul und 37,93 Kohlensäure, gewöhnlich ist etwas Mangan⸗ oder Magnesiacarbonat, auch Calciumcarbonatisomorph hinzugemischt. In Säuren löst er sich mit Brausen, vor dem Lötrohr ist er unschmelzbar, wird aber magnetisch. Der E. liefert eins der wichtigsten und vorzüglichsten Erze für die Gewinnung von Eisen und Stahl, welche in vielen Gegenden in erster Linie aus diesem Material dargestellt werden. Ein grob- bis feinkörniges, bisweilen marmorähnliches Aggregat von E. bildet in Schichtgesteinen Einlagerungen von oft ansehnlicher Ausdehnung, Gänge und stockförmige Massen, welche ebenfalls zum Teil sehr bedeutende Dimensionen besitzen, und meistens im Gebiete älterer Formationen erscheinen. Die Glimmerschiefer Kärntens (Friesach, Hüttenberg, Wolfsberg) führen gewaltige Eisenspatlager, welche nach oben zu die deutlichsten übergänge in Brauneisenstein zeigen. Der kolossale Erzberg bei Eisenerz in Steiermark, welcher, 2000 Fuß über der Thalsohle aufragend, fast Gi aus E. besteht, gehört dem Silur an. Im Siegener Lande in Westfalen findet sich eine große Menge von Stöcken und Gängen des E., namentlich der mächtige sog. Stahlberg bei Müsen. Den mit Thon verunreinigten dichten oder feinkörnigen E. nennt man den thonigen Siderit oder wegen der Zusammenballungen, die er bildet, Sphärosiderit. Er erscheint besonders in der Steinkohlenformation, dem Rotliegenden und der Braunkohlengebirge (England, Zwickau, Saarbrücken, Gegend des Siebengebirges, Karpaten), bald als vereinzelte runde oder ellipsoidische Nieren, welche häufig einen organischen überrest, einen Koprolith, Fischabdruck u. s. w. enthalten, bald als stetig fortsetzende, vielfach übereinander wiederholte Lagen und Schichten, und ist wegen seiner weiten Verbreitung ebenfalls ein Er Deil der en Eisenerz, auf welchem z. B. ein guter Teil der engl. Eisengewinnung beruht.