Eitelberger von Edelberg (Rud.), verdienter Kunstforscher, geb. 17. April 1817 zu Olmütz, machte seine akademischen Studien erst an der Universität seiner Vaterstadt, dann zu Wien und beschäftigte sich hierauf mit journalistischen Arbeiten. Im J. 1847 trat er als Docent für Kunstgeschichte an der wiener Universität auf, unterbrach aber 1848 seine akademische Thätigkeit und redigierte unter anderm von Okt. 1848 bis Febr. 1849 die „Wiener Zeitungo, später nur die litterarische Beilage zu derselben. Nachdem er 1850 seine Lehrthätigkeit an der Universität wieder aufgenommen, ward E. 1852 zum außerordentlichen und einige Jahre darauf zum ord. Professor für das Fach der Kunstgeschichte ernannt. Bei den Welt-Industrieausstellungen von London, München und Paris war er Mitglied der österr. Ausstellungskommission. Nach der zweiten londoner Ausstellung (1862) vom damaligen Ministerpräsidenten, Erzherzog Rainer, zu einem Vorschlag aufgefordert, was zu thun sei, um dem sinkenden Geschmack in der österr. Industrie entgegenzuwirken und die österr. Kunstindustrie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen, erhielt er den Auftrag zur Gründung des Ssterreichischen Museums für Kunst und Industrie, als dessen Direktor er seitdem fungiert. Der Gründung des Museums schloß sich die Gründung der Kunstgewerbschule des Museums an. Später nahm E. als Beirat des Unterrichtsministeriums einen hervorragenden Anteil an der Reorganisation der Akademie der bildenden Kunst in Wien, der Reform des Zeichenunterrichts und des kunstgewerblichen Fachunterrichts in Ssterreich. Ihm verdankt man auch die Gründung der Gesellschaften zur Förderung der Bronzeindustrie und die zur Förderung der Kunstgewerbschule. Von den litterarischen Arbeiten E.s sind außer zahlreichen Aufsätzen in den Fachzeitschriften Osterreichs zu nennen: «Die Reform des Kunstunterrichtsv (Wien 1848), „Briefe über die moderne Kunst Frankreichsv (Wien 1858), «Bericht über einen archäol. Ausflug in Ungarn» (Wien 1856), (Das bürgerliche Wohnhaus und das wiener Zinshaus v (mit Heinr. von Ferstel, Wien 1860), Mittelalterliche Kunstdenkmale des österr. Kaiserstaats o (mit Heider und Hieser, 2 Bde., Stuttg. 1858 — 60), «„Die mittelalterlichen Kunstdenkmale Dalmatiens v (Wien 1861), «Cividale in Friaul und seine Monumentes (Wien 1857), «Die Kunstdenkmäler Friaulso (Wien 1859). Von den im Verein mit Fachgenossen herausg. Quellenschriften zur Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Renaissancev (Wien 1871 fg.) sind 18 Bände erschienen. E.s Gesammelte kunsthistor. Schrifteno erschienen in zwei Bänden (Wien 1879).