FeedEkwall (Knut)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Ekwall (Knut), Maler, geb. 3. April 1843 auf dem Gute Gransbo im Kirchspiel Säby der schwed. Provinz Smäland, besuchte die Realschule zu Jönköping und seit 1859 die Akademie in Stockholm. Er widmete sich zuerst der Holzschnitzerei, dann der Xylographie und Illustrationstechnik. Die Frucht einer 1870 unternommenen Reise nach München waren einige kleine Genrebilder. Später war E. als Ilustrator bis 1875 in Leipzig thätig, wo er eine Menge Zeitbilder für Holzschmtt u. w. herstellte. An Genrebildern lieferte er damals: Zehn Minuten Aufenthalt, Auf dem Vorderdeck, Eisenbahnzug im Schnee. Hierauf begab er sich auf ein Jahr als Schüler Knaus' nach Berlin, wo er eine Reihe Bilder, darunter die berliner Feuerwehr, Stiefelputzers Frühstück, vergnügtes Alter, vollendete. Dann entstanden noch: Junges Cheglück, heitere Stunden, Heimkehr vom Balle, erste Annäherung u. a. kzem (grch., bedeutet 4durch die Hitze herausgetriebeno) oder nässende Flechte ist der Gesamtname für eine Gruppe scheinbar sehr verschiedenartiger Hautausschläge, welche jedoch das Gemeinsame haben, daß sie sämtlich auf einer Entzündung der obersten, dicht unter dem hornigen Überzuge (Epidermis) gelegenen Schichte der Lederhaut ( Haut) beruhen, welche sich durch ihre weichere Beschaffenheit und ihren größern Reichtum an Blutgefäßen von der übrigen Lederhaut unterscheidet. Diese Entzündung ist stets von einem Ergusse von Flüssigkeit (Exsudat) unter die Oberhaut (Epidermis) oder, wenn diese abgestoßen ist, auf die freie Fläche der Haut begleitet. Das E. der äußern Haut entspricht hiernach durchaus dem Katarrh der Schleimhäute; denn auch dieser besteht in einer Entzündung der obern Schichte der Schleimhaut, verbunden mit reichlicher Absonderung von Flüssigkeit. Beide Krankheiten haben die Neigung, sich leicht über größere Strecken der Haut oder Schleim-Hauß zu verbreiten, und beide bilden bei weitem die äufigste Form der Erkrankung dieser Organe. Bei allen Formen des E. sind die obern Hautschichten infolge der Entzündung mit Blut überfüllt und erscheinen daher röter und geschwollener als die übrige Haut. Die aus den überfüllten Blutgefäßen ausgeschwitzte Flüssigkeit hebt die Oberhaut stellenweise oder in größerer Ausdehnung empor, und es entstehen auf diese Weise entweder Bläschen mit einem bald klaren (Eerema vesiculosum), bald durch Eiterkörperchen getrübten (E. impetiginosum) Inhalt, oder die Oberhaut wird in Fetzen abgestoßen. Letzternfalls, oder wenn die Bläschen platzen und ihren Inhalt ergießen, bilden sich dann durch das gerinnende und trocknende Exsudat Decken, Borken und Grinde, welche oft eine bedeutende Dicke erkeichen. Ist das Exsudat sehr gering, so kommt es gar nicht zur Bläschenbildung, sondern die Flüssigkeit durchtränkt nur die Schichten der Oberhaut, welche sich allmählich in Schüppchen oder größern Fetzen ablöst (E. squamosum). Ist das Exsudat sehr reichlich und dünnflüssig, so entstehen kleinere oder größere, bisweilen sehr ausgedehnte, nässende, stark erötete Hautstellen, an welchen die Haut mit der Zeit infolge der chronischen Entzündung sehr derb wird und ein gespanntes, glänzendes Aussehen erhält, soweit sie nicht von Schuppen und eingetrockneten Exsudatmassen bedeckt ist. Letztere Affektion ist unter dem Namen Salzfluß (E. rubrum) bekannt und findet sich besonders häufig an der Vorderfläche der Unterschenkel. eil in der obern Schichte der Haut zahlreiche Empfindungsnerven endigen, ist das E. meist von einem oft unerträglichen Jucken begleitet. Die nässende Flechte verbreitet sich bald über einen großen Teil der Körperoberfläche, bald tritt sie nur örtlich beschränkt am behaarten Kopf, an Augen und Ohren, im Gesicht, an den Genitalien, am After, oder an Händen und Hude auf. Chronische E. führen meist infolge von indegewebswucherung zu einer dauernden Verdickung und Hypertrophie der Haut, seltener infolge des Drucks der aufgelagerten Borken und Krusten zu einem auffallenden Schwund der 16.b. Die Ursachen des C. sind oft äußere, d. h. irgend welche Reizungen der Haut durch Hitze, Reibung, Parasiten, scharfe Stoffe (Senfteige, span. Fliegen u. s. w.). Das sog. Bade-oder Brunnenfriesel, dem man früher eine große Bedeutung für den Verlauf der Badekuren zuschrieb, ist nichts weiter als die Folge der reizenden Mineralbestandteile oder der Hitze der Bäder. Ebenso hat das Friesel, welches bei Kaltwasserkuren häufig eintritt, durchaus nicht die kritische Bedeutung, welche ihm die Kaltwasserdoktoren zuschreiben, sondern ist die Folge der Hautreizung durch Kälte und Abreibungen. Häufig aber entsteht allerdings das E. aus innern Ursachen, zumeist wohl infolge einer krankhaften Blutmischung, welche Ernährungsstörungen der mannigfachsten —— also auch solche der Haut bedingen kann. Insbesondere sieht man skrofulöse Kinder und Bleichsüchtige häufig an hartnäckigem C. leiden; auch stehen manche E. mit chronischen Verdauungsstörungen, andere mit Unregelmäßigkeiten in der Menstruation in ursächlichem Zusammenhang. Die Behandlung des E. hat sich natürlich auern nach den Ursachen zu richten. Sind äußere Reizungen der Helet die Ursache, so wird das Übel meist bald zu heilen sein, wenn es nicht schon zu sehr eingewurzelt ist. Liegen erkennbare Störungen des Gesamtorganismus (Skrofulose, Bleichsucht, Syphilis) zu Grunde, so müssen vor allem diese gehoben werden. In der neuern Zeit gibt man den äußerlichen, direkt auf die erkrankte Haut wirkenden Mitteln vor den früher üblichen innern Kuren den Vorzug, weil durch die erstern die Ernährungsstörungen der Haut am schnellsten und sichersten ausgeglichen werden, während man früher, wiewohl ganz mit Unrecht, befürchtete, durch eine eingreisende äußere Behandlung an Stelle des vertriebenen E. schwerere Störungen in innern Organen zu erzeugen. Zu den wirksamsten Mitteln gegen E. zählen das Wasser in seinen Hals Henem Anwendungsformen (als Überschlag, als Regendouche und Voll⸗ oder örtliches Bad, als Auflösungsmittel verschiedener adstringierender Substanzen, wie Alaun, Sublimat, Blei⸗ und Zinkpräparate), die Fette und Ole zur Erweichung und Entfernung der Borken, sowie in der Form der verschiedenen Salben, ferner Streupulver, grüne Seife, Theerpräparate, Anätzungen der Haut mit Atzkali u. dgl.; doch gewährt, zumal bei veralteten und hartnäckigen E., nur eine konsequente und methodische Behandlung Aussicht auf dauernde Heilung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 930Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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