Ille (Eduard Valentin), Zeichner und Maler, geb. 17. Mai 1823 zu München, besuchte dort das Gymnasium und dann die Akademie, wo er Jul. Schnorr und besonders Schwind zu Lehrern hatte. Zuerst versuchte sich J. im religiösen Fache mit einigen Altarbildern, komponierte auch Scenen histor. Gehalts, wandte sich aber bald dem Zeichenfach zu. Dazu boten ihm namentlich die münchener 4Fliegenden Blätter Gelegenheit, welchem Unternehmen 2 von Anfang an als Zeichner wie als Dichter, ängere Zeit auch als Redacteur seine Kräfte widmete. Die damit verbundenen »Münchener Bilderbogeno, die Hauschroniks und der Jugendfreundenthalten zahlreiche Kostümstudien, Genrescenen und andere wertvolle Beiträge von seiner Hand. Später folgten größere Schöpfungen in Suitenform, die sieben Todsünden, in modernem Gewande veranschaulicht (Holzschnitte, Stuttg. 1861), die vier Temperamente (Photographien von Albert in München). Nach seinen Aquarellen Aus deutscher Sage und Geschichtes, mit der Edda beginnend und mit der Wacht am Rhein schließend, erschienen ebenfalls Photographien, welche außerordentliche Verbreitung fanden. Wieder in Holzschnitt kamen dann J.s Ensemblebilder zu Märchenstoffen: Dornröschen, Rotkäppchen und Froschkönig (Berl. 1876) heraus. Andere Leistungen J.s sind: Illustrationen zu Fouqués Undiner, zu Baders (Geschichte von Badenv, Fr. Vischers Schartenmeyer-Epos „«Der deutsche Krieg, zu E. Bormanns Mei' Leibzig lob' ich mirly Für das neue Schloß Schwanstein bei Hohenschwangau schuf J. acht Temperabilder 1880—82, Scenen aus dem Leben Walters von der Vogelweide, Hans Sachs, die Hauptfiguren des Nibelungenliedes und der Minnesänger; auch ist er Erfinder der in der Kinderwelt so beliebten beweglichen Bilderbücher. J. ist seit 1868 Professor der Akademie in München und hat sich auch auf belletristischem Gebiet außer durch zahlreiche Gedichte, Novellen und Schwänke für die Fliegenden Blätter v auch durch mehrere dramatische Arbeiten bekannt gemacht.