Elbeuf, eine der gewerbthätigsten Städte der Normandie, im franz. Depart. Nieder-Seine, 21 im SSW. von Rouen, mit dem es mittels Dampfschiffahrten verbunden ist, links an der Seine, am Puch waldiger Hügel und an der starken Quelle des uchot, gegenüber von St.⸗Aubin, wohin eine Hängebrücke führt, und an der Linie Oissel-Serquigny der Westbahn, welche hier nach Dreux abzweigt, in einem herrlichen Thale gelegen, hat drei Pfarrkirchen, ein Handels⸗ und ein Friedensgericht, einen Gewerberat und eine Gewerbekammer, einen lußhafen, eine archäol. und eine Gesellschaft zur ördering der Industrie und zählt (1876) 22213 C., ohne die Arbeiterbevölkerung in den umliegenden Dörfern, die sich auf 24000 Köpfe beläuft. E. bildet ein Entrepöt der Tuche von Louviers und ist auch selbst durch seine Tuchfabriken berühmt, welche 91 Dampfmaschinen von 1000 Pferdekräften beschäftigen, 5 hydraulischen Maschinen von 20 bis 25 Pferdekräften, 17 Färbereien und 9 Wollspinnereien, welche jährlich für 40—45 Mill. Frs. Wolle verarbeiten. Hierzu kommen noch Manufakturen von gewürfelten Shawls und von verschiedenen Modeartikeln. Die gesamte Industrie des Ortes liefert jährlich für 80—90 Mill. Frs. Stoffe. Außer seinen eigenen sehr wichtigen Wollfärbereien hat C. auch Fabriken von Maschinen für solche, sowie Fabriken von Kardätschen, Walkseife, Ol, Chemikalien u. s. w. E. ist eine alte Stadt, gehörte früher zu den Stammbesitzungen der normann. Häuser Harcourt und de Rieur, bildete die Grafschaft E. und kam 1554 durch Verheiratung an den Herzog René von Lothringen, worauf es 1581 von König Heinrich III. zum Herzogtum und zur Pairie erhoben wurde. Tuchmacher und Tapetenwirker gab es schon vor dem 16. Jahrh. daselbst; unter Colberts Ministerium wurde 1667 die erste Tuchfabrik angelegt, die bald Berühmtheit erlangte. Infolge der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 wanderte die Mehrzahl der Tuchmacher aus; und erst nach der Revolution von 1789, namentlich aber seit der Trennung Belgiens von Frankreich, hob sich die ö Elbing (poln. Elblacg), Fluß im preuß. Regierungsbezirk Danzig, bildet den 18 km langen schiffbaren Abfluß des Drausensees zum Frischen Haff, und ist nach W. hin bei Zeier mit der Nogat durch den 6 km langen Kraffohlkanal verbunden; er trägt bis zur Stadt E. kleine Seeschiffe. In den Drausensee ergießen sich: aus dem kleinen Werder die Thiene und von der Höhe die Sorge, welche unweit von Saalfeld entspringt und von Dallstädt an auf 8,3 km schiffbar ist; ferner die Weeske aus dem Nariensee (über Preußisch-Holland) und die Klappe; mit letzterer beginnt der Elbing-Oberländische Kanal (s. d.). ů