FeedAnnonahy
ErdkundeBrockhaus 1882

Annonahy, die bedeutendste und gewerbthätigste Stadt des franz. Depart. Ardeche, 55 km nördlich von Privas, Hauptstadt des letztern, erhebt sich amphitheatralisch am Abhange von Fe Lemden, am Zusammenfluß der Cance und der reißenden, von einer Hängebrücke überspannten Déöme und ist durch eine Zweigbahn nach St.⸗Rambert mit der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn verbunden. Die Stadt ist von Maulbeer⸗ und Obstpflanzungen, Gärten, Dörfern und industriellen Etablissements umgeben, zählt (1876) 13 738 (Gemeinde 15848) E. und hat ein College, ein Handelsgericht, eine Gewerbekammer, eine statist. Gesellschaft, ein Museum, eine öffentliche Bibliothek und eine sehr schöne got. Kirche aus dem 14. Jahrh. Die Weißgerberei bes chäftigt mehr als 80 Fabrikanten mit über 2000 Arbeitern, welche jährlich etwa 600000 Felle zu Handschuhleder bereiten, im Werte von 15 Mill. Frs. Die fünf altberühmten Papierfabriken des Ortes beschäftigen über 1500 Arbeiter und liefern für mehr als 4 Mill. Frs. Papier. Dazu kommen Fabriken in Tuch, Bonneterie, Handschuhen, Baumwoll- und Seidenspinnereien (1500 Arbeiter, für 8 Mill. Frs.). Hier baute Seguin die erste Drahtbrücke. Auf dem Collégeplatz bezeichnet eine Pyramide die Stelle, wo Joseph Montgolfier, der Sohn eines Papierfabrikanten, als erster Ärostat anfstieg. A. war im spätern Mittelalter Hauptstadt von Ober-Vivarais und eines Marquisats und blühte im 14. Jahrh. durch Gewerbfleiß, litt jedoch in den Hugenottenkriegen, namentlich 1563, bedeutend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 685Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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