FeedEleasar
GeschichteBrockhaus 1882

Eleasar (d. h. Gotthilf) ist ein häufig vorkommender israel. Eigenname. (S. Lazarus.) So hieß der dritte Sohn Aarons, welcher nach dem Tode seiner beiden ältern Brüder und seines Vaters dessen Nachfolger im Priestertum wurde und von welchem alle folgenden Hohepriester bis auf Eli und wieder seit Salomo bis zu den Makkabäerzeiten herab abstammten, wie sich denn von ihm auch 16 von den spätern 24 Priesterordnungen ableiteten. — Denselben Namen führte einer der drei berühmtesten Helden des Königs David aus dem benjaminitischen Geschlechte (2 Sam. 23, 9 fg., 13 fg.). — E. hieß ein Bruder des Judas Makkabäus, der in der Schlacht bei Bethzacharia gegen Antiochus V. Eupator (163 v. Chr.) sich dem Tode weihte (1 Makk. 6, 48 fg.). — CE. war der Name eines jüd. Schriftgelehrten, der in der Verfolgungszeit unter Antiochus Epiphanes als 90jähriger Greis wegen seiner Treue gegen die väterliche Religion den Märtyrertod erlitten haben soll (2 Makk. 6, 18 fg.). — Denselben Namen führte auch der Urgroßvater Josephs, des Vaters Jesu von Nazareth. — Mehrere Männer dieses Namens traten im Jüdischen Kriege auf, so E., Sohn Simons, Haupt der Zelotenpartei in dem belagerten Jerusalem; so ein anderer Chef der Sikarier zu Masada. — E. hieß das Haupt des jüd. Synedriums zu Jamnia, der Nachfolger Gamaliels II. (s. d.). — Rabbi CE. Ben Jakob Kalir in der zweiten Hälfte des 10. Jahrh. war der erste der sog. Paitanim, welche für sämtliche Fest⸗ und Fasttage des jüd. Jahres umfassende Festgebete (Piutim) dichteten. leatische Schule nennt man die Gruppe griech. Philosophen, welche in der Stadt Elea in Unteritalien von 540 bis etwa 450 v. Chr. wirkten. Ihre große Bedeutung für die Geschichte der CGaaen ophie besteht wesentlich darin, daß sie sich im Begensatz zu den physik. Begriffsbestimmungen, in denen bis dahin spekuliert worden war, in die Sphäre abstrakter Oriffe und logischer Demon-Den ichen erhoben. Das Mittelglied dazu bildete er schon von Pythagoras gelehrte und von dem Stifter der eleatischen Schule Xenophanes (s. d.) besonders im Gegensatze gegen den polytheistischen Volksglauben betonte Monotheismus. Diese Lehre von der Einheit und Einzigkeit der Welt suchte der Bedeutendste der Eleaten, Parmenides (s. d.), metaphysisch aus dem Begriffe des Seins zu erweisen, welcher nicht nur alle Vielheit und Mannigfaltigkeit, sondern auch alles Werden und Vergehen, alle Veränderung und Bewegung ausschliehe. Dies Eine wandellose Sein dachte Parmenides einerseits als absolute Körperlichkeit (das Volle, dEon), andererseits als den absoluten, auf sich selbst bezogenen Gedanken, und erklärte es infolge dessen für völlig in sich bestimmt und begrenzt. Die Verteidigung seiner Lehre gegen die gemeine Ansicht übernahm sein Schüler Zeno (s. d.), indem er auf diglektischem Wege in den Vorstellungen der Vielheit und der Bewegung n Rae nachzuweisen und so die Richtigkeit der Parmenidischen Einheitslehre indirekt darzuthun suchte. Endlich bahnte Melissus (s. d.), nicht ohne die Konsequenz des eleatischen Prinzips abzuschwächen, von demselben aus eine Fühlung mit der ion. Naturphilo-Harbde an. Später wurde die eleatische Grundidee, nachdem sie von den Megarikern in Beziehung zu den Allgemeinbegriffen der Sokratischen Induktion gesetzt worden war, zu einem wichtigen Elemente der Platonischen Ideenlehre. Die Fragmente der Eleaten sind von Karsten (Thilosophorum veterum reliquiaen, Bd. 1. Amsterd. 1835) und Mullach (Fragmenta philosophorum Graecorumv, Bd. 1, Par. 1860) gesammelt. Wichtig ist außerdem die pseudo-aristotelische Schrift De Melisso, Xenophane et Gorgiae (mit den Fragmenten herausg. von Mullach, Berl. 1845). Vgl. Brandis, (Commentationes Eleaticaes (Altona 1813); Rosenberg, De Eleaticae philosophiae primordiiso (Berl. 1829); Bergk, Commentatio de Aristotelis libello de Xenophane, Zenone et Gorgiah (Marburg 1843); Gladisch, Die Eleaten und die Inder⸗ (Pos. 1844); Vermehren, «Die Autorschaft der dem Aristoteles zugeschriebenen Schrift IIeer Zevopo-

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6