FeedElefant (Eléphas)
TierreichBrockhaus 1882

Elefant (Eléphas), der Repräsentant der Ordnung der Rüsseltiere (Proboscidea). Die größten C. werden etwa 4 meim Widerrist hoch, 5 mlang, ohne den Rüssel, der eine Länge von 2,5 merreicht, und bis zu 12000 Pfd. schwer. Die Gattung hat ein stellenweise dünnbehaartes Fell, zwei große Stoßzähne, welche das Elfenbein (s. d.) liefern, den Schneidezähnen anderer Tiere entsprechen und von denen je einer bis 150 Pfd. schwer werden kann, in jedem Kiefer nur einen ungeheuern, aus Schmelzlamellen zusammengesetzten Backenzahn, der sich allmählich abnutzt und dann durch einen andern ersetzt wird, sodaß manchmal drei Zähne vorhanden sind, der Rest eines vordern, abgenutzten, ein mittlerer im Gebrauche und ein hinterer Ersatzzahn. Charakteristisch sind der ungemein bewegliche, lange Rüssel mit Naf durch eine sehnige Scheidewand getrennten Nasenkanälen, der durch Verschmelzung von Nase und Oberlippe gebildet wird, und die plum-Maß säulenförmigen Füße mit drei bis fünf Zehen. Man unterscheidet nach Bildung des Schädels und der Backenzähne, der Zahl der Nägel und der Form der Ohren zwei Arten, den afrikanischen und den asiatischen oder indischen E. Der erstere ist größer, hat einen flachen Kopf mit schief abfallender Stirn, gewaltige Stoßzähne, flache, — —7 große, fast unbewegliche Ohren und nur drei hufartige Nägel an den Hinterfüßen, lebt im Innern Afrikas bis an die Grenzen der Kapkolonie, ist Pe wild und wird seiner Zähne wegen gejagt. Der letztere ist kleiner, hat einen hohen Kopf mit senkrecht abfallender Stirn, weit kleinere Ohren und vier, selten fünf hufartige Nägel an den Hinterfüßen. Auf ihn beziehen sich die zahllosen Anekdoten, die seit uralten Zeiten über Urteilskraft, Scharfsinn, Dankbarkeit, Rachsucht, Empfindlichkeit des E. umlaufen und die jedenfalls beweisen, daß er wenigstens den klügsten Tieren, dem Hunde und dem Pferde, gleichsteht. In wildem Zustande kommt der E., zumal in Hinterindien, noch jetzt vor, auch in Ceylon; ezähmt ist er ein e nützliches Zug⸗ und Lasttier. Als solches spielt er n noch immer in den Kriegen Südasiens eine Rolle, obgleich man ihn schon seit langer Zeit nicht mehr als Mitkämpfer in die vordersten Reihen der Schlachtordnung stellt, wie dies die Griechen unter Alerander und später die Römer thaten, die den afrikanischen E. sehr wohl zu zähmen wußten. Man fängt und zähmt die wilden Tiere durch zahme. In der Gefangenschaft pflanzen sie sich nur sehr selten fort, werden aber, wie es scheint, sehr alt. Die Jagd auf C. ist häufig gefährlich. So gutmütig und harmlos das Tier im gewöhnlichen Leben ist, wo es familienweise unter der Fuührung eines ältern Mitglieds in den Wäldern der Tropenzonen lebt und sich besonders von saftigen Baumzweigen nährt, aber auch große Verheerungen in den Pflanzungen anrichtet, so fürchterlich wird es, wenn es durch Verwundung gereizt wird, wo es sich dann blindlings auf den Feind stürzt, ihn mit dem Rüssel zu Boden schlägt und mit den Fußen zerstampft. Weiße E. sind Albinos und in Ava, Pegu, Siam Gegenstände der Verehrung. In der Vorwelt lebten jetzt ausgestorbene Arten (s. Mammut), sowie eine durch den Bau der Backenzähne verschiedene Gattung, die Mastodonten (s. d.). (S. Tafel: Rüsseltiere.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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