FeedJosephus (Flavius)
ReligionBrockhaus 1882

Josephus (Flavius), Sohn des Mattias, jüd. Geschichtschreiber, geb. 37 n. Chr. zu Jerusalem aus dem Priesterstande, schloß sich der Sekte der Pharisäer an. Bei dem Ausbruch des Aufstandes der Juden gegen die röm. Oberherrschaft übernahm er die Verwaltung von Galiläa und hielt in der Festung Jotapata eine siebenwöchentliche Belagerung unter Vespasian und Titus aus. Als die Festung durch Verrat überliefert worden war, floh er, wurde aber ergriffen und dem röm. Feldherrn überliefert. Dieser wollte ihn dem Nero übersenden, als es J. gelang, durch die Prophezeiung, daß Vespasian einst Kaiser werden würde, sich dessen Gunst und die Freiheit zu verschaffen. Als er mit Titus vor Jerusalem gezogen war, forderte er mehrere mal, obwohl vergeblich, seine Landsleute zur Unterwerfung auf. Nach der Eroberung Jerusalems ging er mit Titus nach Rom. Er schrieb hier seine 4Geschichte des jüd. Kriegs» in sieben Büchern, erst in hebr. Sprache, dann griechisch, ein für die Geschichte jener Zeit außerordentlich wichtiges Werk, aber durchweg von dem Streben beherrscht, seine Landsleute den Römern in einem möglichst empfehlenden Licht erscheinen zu lassen. Weitere Schriften von ihm sind die Jüd. Altertümer v in 20 Büchern, welche mit Benutzung der gelehrten überlieferung und vieler jetzt verlorener Quellen die Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis gegen das Ende der Regierung Neros behandeln; ferner zwei Bücher vom «Altertum des jüd. Volkso, welche gegen Apion, einen alexandrinischen Grammatiker und erklärten Widersacher der Juden, gerichtet sind und wertvolle Bruchstücke aus alten histor. Schriftstellern enthalten; endlich auch eine interessante Geschichte seines eigenen Lebens. Die Schrift De Maccabaeis o wird dem J. mit Unrecht zugeschrieben. Die beste Ausgabe seiner Werke ist von Havercamp (2 Bde., Amsterd. 1726); später wurden sie herausgegeben von Oberthür (3 Bde., Lpz. 1782—85), von Richter (6 Bde., Lpz. 1825—27), Dindorf (2 Bde., Par. 1847) und Murray (2 Bde., Lond. 1874). Ein «Topographischhistor. Lexikon zu den Schriften des Flavius J.o veröffentlichte G. Boettger H 1879), ins Deutsche übersetzt wurden die „Jüd. Altertümer v von Kaulen (2. Aufl., Köln 1883). Das in den Jüd. Altertümern» enthaltene Zeugnis von Jesus rührt nicht von J. her, sondern ist interpoliert. Vgl. auch Destinon, «Die Quellen des Flavius J.» (Kiel 1882). osepin, röm. Maler, s. Cesari (Giuseppe). osia, König von Juda, 642—610 v. Chr., war als achtjähriger Knabe auf den Thron gekommen, erlebte den Einfall der Skythen in Palästina, schaffte den Götzen- und Gestirndienst seines Vaters und Großvaters, der Könige Amon und Manasse, wieder ab und führte nach Auffindung eines (neuen) Gesetzbuchs (des 5. Buchs Moses) durch den Hohenpriester Hilkia eine durchgreifende Reform des jüd. Kirchenwesens ins Leben (624 623 v. Chr.). In der Schlacht bei Megiddo (nicht Magdolos) fiel er als assyr. Vasall gegen den auf einem Kriegszuge gegen Assyrien begriffenen Necho II. von Agypten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 892Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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