Elektrische Klingeln und Wecker werden teils als Nebenapparate bei solchen Telegraphen angewendet, welche keine hörbaren Zeichen geben, teils als selbständige Signalapparate, z. B. in der Haustelegraphie, beim Eisenbahnsignalwesen u. s. w. Sie bringen deutlich hörbare Zeichen hervor. Wecker zur Erregung der Aufmerksamkeit wurden bei den elektrischen Telegraphen (s. d.) schon in der frühesten Zeit in Vorschlag gebracht. Die Klingeln werden teils durch galvanische Ströme, teils durch Wechselströme, die mittels eines Magnetinduktors erzeugt werden, in Thätigkeit gesetzt. Im erstern —* geschieht dies meist durch Schließung des Stroms mit Hilfe einer einfachen Druckta ste (. 540 1 der Tafel: Elektrische Klingeln r.), in welcher durch einen Druck 8 den Knopf m zwei Metallfedern miteinander in Berührung gebracht werden und so den Stromweg von a nach X schließen. Bei den Klingeln mit Laufwerk bedarf es bloß einer Auslösung des Laufwerks auf elektrischem Wege, worauf dann das Laufwerk die Klingel ertönen läßt, bis es abgelaufen ist oder wieder angehalten wird. (S. Elektrisches Läutewerk.) Höchst einfach in ihrer ganzen Einrichtung sind die Klingeln mit einfachem Schlag: es wird am Ankerhebel eines Elektromagnets ein Klöppel angebracht, welcher bei Schließung (oder Unterbrechung) des Stroms durch den angezogenen (oder abfallenden) Anker deden eine Glocke geschlaen wird; zu jedem Schlage ist eine Stromschlieung (oder Unterbrechung) erforderlich. In den Raß selklingeln mit Selbstunterbrechung wird der Ankerhebel mit in den Stromkreis eingeschaltet, sodaß er bei der Ankeranziehung den Strom unterbricht; gleich darauf stellt der nun abfallende Ankerebel den Strom wieder her u. s. f. In Fig. 2 ist eine Klingel, welche einfache Schläge furz wenn die um die Achse i drehbare Umschalterurbel D auf den Kontakt p gestellt wird, dagegen rasselt, wenn D auf den Kontakt u gestellt wird. Im erstern Falle veranlaßt bei jeder Schließung der Batterie B der seinen Weg über D, p, X durch den Elektromagnet Mnehmende Strom ein einmaliges Aarchbaa des Ankers A und ein einmaliges Anschlagen des Klöppels k gegen die Glocke G; beim Aufhören des Stroms reißt die Feder e den Anker A von den Polen des Elektromagnets Mab. andern Falle geht der Strom über D, u, die eder f, den Ankerhebel kKa und X durch M. wenn aber M den Anker A anzieht, so entfernt sich Ka von f und unterbricht dadurch den Strom, weshalb nun e den Anker A wieder abreißt, ka an f zurückführt und den Strom von neuem schließt, so⸗ * nur der Knopf m, Fig. 1, gedrückt wird. uch die Fig. 3 zeigt einen Rasselwecker, aber nicht mit Selbstunterbrechung, sondern mit Selbstausschluß; hier kommt nämlich der Ankerhebel Ka, wenn der Anker A von M angezogen wird, mit der Feder k in Berührung und stellt so eine kurze Nebenschließung über f, A und a zu dem in die Leitung LI L. eingeschalteten Elektromagnet M her, weshalb der dann noch durch M gehende Stromzweig so schwach wird, daß e den Anker 4 abzureißen vermag, damit aber die Nebenschließung wieder beseitigt; auch dies wiederholt sich, solange der Tastenknopf gedrückt bleibt. Häufig wünscht man, daß auch nach dem Aufhören des Klingelns noch ein sichtbares Zeichen erkennen lasse, daß mittels der Klingel ein Ruf ergangen sei. Man hat dann an dem Ankerhebel nur eine sog. Fallscheibe zu befestigen, welche bei der Anziehung, beziehungsweise beim Abreißen des Ankers niedergeht oder vorfällt oder emporsteigt. Eine solche Anordnung ist in Fig. 4 abgebildet; hier ist nur der eine Schenkel Mdes Elektromagnets mit Windungen bedeckt, der andere Schenkel E ist frei und trägt den Anker A nebst der Abreißfeder c; an dem linken Ende besitzt Aein Häkchen, in welches sich das Häkchen veder Fallscheibe Neinhakt; zieht aber N den Anker an, so fällt N um seine Achse a herab und tritt dabei aus dem das Ganze einschließenden Kästchen hervor, worin sie bisher verborgen war. In andern Fällen wieder wünscht man eine Rückmeldung über das eingetretene Klingeln nach dem Orte, von wo der Rus mit der Klingel abeNt dazu kann man etwa mittels der Fallscheibe N, Fig. 4, eine Batterieschlieber R sich vollziehen lassen und einen Strom nach der Rufstelle zurück entsenden. In Fig. 5 endlich ist eine Klingel für Wechselströme dargestellt; die vom Magnetinduktor gesendeten, in ihrem Vorzeichen rasch und regelmäßig wechselnden Ströme machen die Polschuhr bi und pe des Elektromagnets M. Ma in rascher F060 abwechselnd zu einem Süd⸗ und einem ordpole: der magnetische Anker A wird daher ebenso rasch abwechselnd von pr angezogen und von pe abgestoßen und umgekehrt und der am Stiel ꝗ sitzende Klöppel k schlägt dabei abwechselnd an die Glocken 61 und 62. Ganz nach dem Prinzip des Bellschen Telephons hat man auch Glocken und Stimmgabeln auf rein elektrischem Wege unmittelbar durch Elektromagnete (also ohne anschlagenden Klöppel) in tönende Schwingungen versetzt und so Wecker hergestellt, die man als telephonische bezeichnen könnte. Besondere Vorkehrungen und Einrichtungen endlich müssen getroffen werden, wenn man die Möglichkeit beschaffen will, von einem und demselben Orte aus von einer größern Zahl in die nämliche Drahtleitung, aber an verschiedenen Orten aufgestellter Wecker stets nur einen einzigen rufen zu können und zwar gerade denjenigen, den man im gegebenen Moment rufen will.