Elektroméeter nennt man Instrumente, welche dazu dienen, das Vorhandensein freier Elektricität sowie deren Art anzuzeigen und überdies die Elektrische Spannung (f. d.) und das Elektrische Potential (ss. d.) genau zu messen. Die E. sind also messende Elektroskope (s. d.). Weil die elektrische Spannung der elektrischen Dichte proportional ist, so müssen die C. gestatten, die auf einer gewählten Flächeneinheit angehäufte Elektricitätsmenge nach einem allgemein vergleichbaren Maße anzugeben; es gehören zu denselben die Torsionselektrometer, bei welchen die Stärke des elektrischen Zustandes durch die elastische Torsion gemessen wird, so z. B. bei der Torsionswage (s. d.) von Coulomb (1785), Dellmann (1848), Kohlrausch (1848) u. a. m. Ferner zählt man hierher die Magnetelektrometer, bei welchen die Torsionskraft der vorigen durch die meßbare magnetische Kraft ersetzt ist, so z. B. beim Sinuselektrometer von Kohlrausch (1853) oder Rieß (1855) u. a. m. Bei allen derartigen E. kommt es darauf an, die zwischen den elektroskopischen Anzeigern sich äußernde elektrische Abstoßung (eventuell auch elektrische Anziehung) genau zu messen. Außer dieser einen Gattung von E. gibt es noch eine zweite, bei welcher der elektrisierte Anzeiger durch die Einwirkung zweier entgegengesetzt elektrischer Pole eine meßbare Ablenkung erleidet. Hierher gehört ein von Hankel (1850) konstruiertes E., bei welchem die trockene Säule des Fechnerschen Elektroskops durch eine Kupfer-Wasser-Zinkkette ersetzt ist und der Ausschlag des Goldblättchens mittels eines messenden Mikroskops beobachtet wird. Auf einem ähnlichen Prinzip beruht das außerordentlich empfindliche Quadrantenelektrometer von Thomson (1855, seitdem sehr variiert; beschrieben in W. Thomsons „Reprint of papers or Electrostatics and Magnetismy, Lond. 1872). (S. Abbildung auf Tafel: Elektrische Entladung, Fig. 10.) Die Wissenschaft, welche sich mit der Messung der elektrischen Kräfte beschäftigt, heißt Elektrometrie. Mittels dieser hat Coulomb (1785) für die ruhende Elektricität gefunden: Die elektrische Anziehung oder elektrische Abstoßung zweier elektrischer symmetrischer Körper (Kugeln) verhält sich wie das Produkt der auf beiden Körpern befindlichen Elektricitätsmengen und umgekehrt wie das Quadrat des Abstandes ihrer Angriffspunkte.