FeedFreyr
GeschichteBrockhaus 1882

Freyr, Sohn Niörds, Bruder der Freya, ursprünglich ein Wanengott, welcher mit seinem Vater nach Beendigung des Kriegs zwischen Asen und Wanen jenen als Geisel gegeben wurde. Von Odin zum Opfergott eingesetzt, spielt er im odinischen Götterkreise eine hervorragende Rolle. F. ist ein Hauptgott der Schweden, und noch heute zeigt man in der Nähe von Upsala die drei Hügel, in welchen er, Odin und Thor begraben liegen sollen. Ursprünglich wohl der Sonnengott und identisch mit Baldr (s. d.), war F. ein milder und weiser Gott, ein Gott des Friedens, der über Sonnenschein und Regen herrscht und so den Menschen Reichtum und Glück bringt. Zum Sommeranfang ward sein Bild unter großen Festen durch die schwed. Landschaften gefahren, und am Julabende brachte man ihm einen Eber zum Opfer, der ihm ebenso wie der Stier geweiht war, und bei welchem man allerlei Gelübde schwur. In F.s Besitz war der Eber Gullinbursti und das Schiff Skidbladnir, auf welchem er die Luft durchfuhr und welches sich wie ein Tuch zusammenlegen ließ. In den Vorhöfen der Tempel, welche ihm geweiht waren, hielt man Rosse zum Weissagen. Von Liebe zur Riesentochter Gerdr entflammt, erwirbt er dieselbe durch seinen Diener Skirnir und kommt infolge dessen mit dem Verwandten der Gerdr, dem Riesen Beli, in Streit, in welchem er denselben tötet. Beim Weltuntergang kämpft F. gegen Surtr und fällt, weil er sein treffliches Schwert seinem Diener Skirnir zum Botenlohn gegeben hatte. In Deutschland, wo dieser Gott Frö geheißen haben müßte, findet sich keine Spur seines Kults; hier vertrat ihn zweifelsohne Baldr. reysing, bayr. Stadt, s. Freising.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 301Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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