FeedElv (norw.; schwed. Elf)
ErdkundeBrockhaus 1882

Elv (norw.; schwed. Elf), der Fluß. Elvas, Stadt, Festung und Bischofssitz im Distrikt Portalegre der portug. Provinz Alemtejo, liegt 9 km von der span. Grenze, 265 km östlich von Lissabon, 20 km westlich von Badajoz, auf einem Hügel der Gebirgskette Zoledo, an einem Zufluß des Cayo und an der Bahn Lissabon-Badajoz, ist im Innern finster, winkelig und schmutzig, hat vier Pfarrkirchen, worunter eine Kathedrale, sieben Klöster, ein Theater, ein Armenhaus, ein Spital und eine 6 km lange, weithin sichtbare altröm. Wasserleitung, Os arcos de Amoreiro genannt, welche zum Teil auf vier übereinander gestellten Bogenreihen ruht. Die Stadt zählt (1878) 10471 CE., welche einen einträglichen Schmuggelhandel nach Spanien treiben, insbesondere mit engl. Fabrikaten. Die fruchtbare Umgebung liefert, außer Ol und ausgezeichnetem Wein, auch viel Obst und Gemüse und hat die reichsten Eisenlager Portugals. E. ist die größte und stärkste Festung Portugals. Außer den sieben großen, mit vielen Außenwerken versehenen Bastionen, welche die Stadt um-Emauhu⸗ wird dieselbe durch die beiden, die ganze Imgebung beherrschenden Forts Sta. Luzia, 366 m boch⸗ und Forte da Gragça oder de Lippe, 388 m hoch, verteidigt. Das letztere ist eine 1764 von dem damals in portug. Diensten stehenden Grafen Ernst von Lippe-Schaumburg angelegte Citadelle, die für uneinnehmbar gehalten wird. — E. ist das alte Alpesa der Römer, hieß bei den Mauren Balesch, wurde 1166 von Leon, 1226 von den Portugiesen erobert und erscheint damals unter dem Namen Yelves. Das Schloß wurde von den Mauren gebaut und 1658 und 1711 vergebens von den Spaniern belagert. Der engl. Marschall Beresford hatte den Titel eines Herzogs von E. Celvebakken, Hafenort in Finmarken (s. d.). Elvenich (Peter Jos.), einer der vorzüglichsten Schüler von Georg Hermes (s. d.), geb. 29. Jan. 1796 zu Embken im Regierungsbezirk Aachen, bezog 1815 die Universität zu Münster und wurde hier bei seinen theol. und philos. Studien durch die Vorträge von Hermes so angezogen, daß er diesem 1820 nach Bonn folgte. Im J. 1821 ward E. Gymnasiallehrer zu Koblenz, 1823 Privatdocent, 1826 außerord. Professor der Philosophie in Bonn, 1829 ging er als ord. Professor nach Breslau und übernahm 1830 auch die Leitung des Leopoldini—⸗ schen Gymnasiums. Als nach Hermes' Tode der Kampf gegen dessen System und Anhänger begann, veröffentlichte E. das erste Heft seiner Acta Hermesiana (Gött. 1836; 2. Aufl. 1837), um nachzuweisen, daß dem päpstl. Verdammungsbreve von 1835 eine unrichtige Darstellung des Hermesianismus zu Grunde liege. Im Frühjahr 1837 reiste er selbst mit Braun (s. d.) nach Rom, um persönlich für eine Revision des Urteils zu wirken. Dort verfaßten beide die Meletemata theologicas (Hannov. u. Lpz. 1838), mußten jedoch im Aug. 1838 unverrichteter Sache nach Deutschland zurucktehren. Den Bericht über ihre in Rom gepflogenen Verhandlungen gaben sie in den KActa Romauas (Hannov. u. Lpz. 1838). Seitdem wirkte E. als Professor, sowie auch seit 1840 als königl. Bibliothekar in Breslau fort. Von seinen spätern, den Hermesianismus betreffenden Schriften sind die 4Verteidigungsschrifto (Heft 1 u. 2, Bresl. 1839), die „Aktenstücke zur geheimen Geschichte des Hermesianismuso (Bresl. 1845), „Der Hermesianismus und Johannes Perrone, sein röm. Gegnerv (Tl. 1, Bresl. 1844) und 4 Pius IX., die Hermesianer und der Erzbischof von Geisselo (1. u. 2. Aufl., Bresl. 1818) zu erwähnen. Von E.s übrigen wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorzuheben: die »Moralphilosophiev (2 Bde., Bonn 1830—-32), „Die Wesenheit des menschlichen Geistes (Bresl. 1857), „Drei gegen Einen. Von Sincerus Pacificus v (Bresl. 1862), die Reinkensschen Angelegenheiten betreffend, «Beiträge aus der Provinz zur Beurteilung der Baltzerschen Angelegenheit »(unter dem Namen Michael Schlichting, Bresl. 1864), Die Beweise für das Dasein Gottes nach Cartesius o (Bresl. 1868) und die kirchenpolit. Vorträge Der unfehlbare Papsto (Bresl. 1874) und „Der Papst und die Wissenschaft, mit Rücksicht auf die Jesuiten (Bresl. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 88Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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