Faro, Hauptstadt der portug. Provinz Algarve (des heutigen Distrikts Faro) und Bischofssitz, eine Cidade von (1878) 8561 E., liegt nahe in NW. von der Südspitze (Cabo de Sta.⸗Maria) des Königreichs, am Fuße des Caldeiräo, eines Hügels im Hintergrunde einer von morastigen Inseln und niedrigen Sandinseln umgebenen Bai. Die Stadt hat ein freundliches, ziemlich modernes Ansehen, da sie, 1596 von den Engländern verbrannt und 1755 durch das große Erdbeben teilweise zerstört, jedesmal besser wieder aufgebaut worden. Mit Ausnahme der Praça da Rainha, eines schönen Platzes am Hafen, sowie der auf dieselbe ausmündenden Rua da Rainha und einiger anderer Straßen, zeigt sie nur unansehnliche Häuser, deren Parterrefenster ewöhnlich mit maurischen Gittern versehen sind. m östl., höchsten Teile der Stadt steht das alte, von maurischen Befestigungen umgebene Schloß, ein großes, imposantes Gebäude. F. besitzt eine Kathedrale, eine zweite Pfarrkirche, mehrere Kapellen und ehemalige Mönchsklöster, ein theol. Seminar und eine mathem. Schule für das Militär. Der Hafen ist geräumig, aber wegen Versandung schwer zugänglich, und hat 5 m Tiefe bei der Flut. Doch wird ein lebhafter Handel, namentlich starker Exporthandel mit Südfrüchten, betrieben. F., in der maurischen Zeit zur Landschaft El den (Alfaghar) Rogin, erscheint damals unter den Namen Ibn asin und Schent Maria el garb; 1249 wurde es durch die Portugiesen den Mauren entrissen, zunächst von erstern stets Santa-Maria de Faro genannt und war seit dem 13. Jahrh. eine Grafschaft der Menezes, welche um 1500 an das Geschlecht der Braganza kam. Etwa 7 km im Osten liegt Olhã o, eine moderne Villa von (1878) 6916 E., mit einem guten Hafen versehen und fast ganz von Fischern bewohnt. — Der Distrikt Faro zählt (1878) auf 4858,35 Qkm 199 142 C., mithin 41 C. auf 1 qkm.