Elymus, von Linné benannte Grasgattung aus der Gruppe der gerstenartigen Gramineen, umfaßt perennierende Gräser mit steifen Halmen, die eine zweizeilige oder walzige Ahre tragen, an deren Spindel die meist zweiblütigen Ahrchen zu zwei bis drei nebeneinander stehen. Dadurch unterscheidet sich diese Gattung von der Gattung Roggen, der sie sonst sehr nahe verwandt ist. Die Kelchspelzen sind ziemlich gleichlang, lineal-pfriemenförmig, kürzer als die bald begrannten, bald unbegrannten Blüten. In Deutschland finden sich zwei Arten, das Haargras (E. europaeus L.) und der Sand— (E. arenarius L.). Das Haargras treibt 0,8 bis 12 mehohe Halme, hat rückwärts behaarte Blattscheiden, schmale, grüne Blätter und eine schmächtige, roggenähnliche Ahre mit kurzbegrannten Blüten. Es wächst in schattigen Laubwäldern, besonders auf Kalkboden und liefert ein treffliches Futter für das Wild. Viel wichtiger ist der Sandhafer, welcher auf Flugsand, besonders aber auf den Dünen am Strande der Ost⸗ und Nordsee häufig vorkommt. Seine dicken, schilfartigen, über Im hoch werdenden Halme, seine breiten, steifen Blätter und seine oft bis 60 em lange, breite, nickende Ahre, welche unbegrannte Blüten besitzt, sind weißlich-blaugrün. Trotz der Stärke und Steifigkeit der Halme und Blätter wird dieses Gras vor der 444 von Rindern und Schafen gern gefressen, weil es viel Zucker, namentlich im Halme, enthält. Den größten Nutzen gewährt aber der Sandhafer dadurch, daß den Wurzelstocke den losen Sand der Dünen bindet, weshalb dieses Gras hier und da in den Strand-Kgenden (besonders an den schwed. Küsten) auf den Duünen angebaut wird. Auch in Pommern und Mecklenburg pflanzt man dasselbe allgemein auf Stranddämmen an, weil die meist zu diesem Zweck verwendeten Weiden das Salzwasser nicht vertragen. Einige in Nordamerika einheimische Arten bilden in lockerm Gartenboden malerische Büsche und werden deshalb oft im Gartenrasen unterhalten, z. B. E. caput Medusae L., E. glaucifolius Mylilbrg., E. giganteus L., E. histrix L. u. a.