Festũca L., Gräsergattung aus der Familie der Gramineen, zählt etwa 100 Arten, welche fast alle nahrhafte Futterpflanzen und über die ganze Erde zerstreut sind, der Mehrzahl nach aber in gebirgigen Gegenden, viele sogar nur auf Hochgebirgen namentlich Europas, Nordafrikas, Asiens und Nordamerikas wachsen. Sie haben mehr- oder vielblütige, längliche, in Rispen gestellte Ahrchen, deren Kelch- und äußere Kronenspelzen am tücken abgerundet (nicht zusammengedrückt, wie bei der verwandten Gattung Poa) sind. Die äußere Kronenspelze ist bald unbegrannt, bald aus der Spitze begrannt, die Granne aber auch dann immer kurz. Zu dieser Gattung gehört der Wie senschwingel (E. elatior L.), eins unserer nahrhaflesten und geschätztesten Futtergräser, welches überall auf frischen und fruchtbaren Wiesen und Grasplätzen wächst, aber auch angebaut wird. Es hat vielblütige, vor dem Aufblühen walzige Ahrchen, die in eine schmale, traubige Rispe gestellt sind, und grannenlose Blüten. Belannt ist ferner der Schafschwingel (F. ovina L.), welcher auf dürren, sonnigen Hügeln und Bergen wächst, einzeln stehende, aus ganz feinen, borstenförmigen Blättern zusammengesetzte, sehr glatte Rasen bildet und für das beste Schaffutter gilt. Seine Halme sind sehr zart, höchstens fußhoch, seine Rispen schmal, seine Ahrchen sehr klein, wenigblütig, die Blüten kurz begrannt. Auf den fetten Marschwiesen Norddeutschlands wächst der Rohrschwingel (F.“ arundinacea Schreb.) sederti eine etwa 1,5 m hoch werdende Grasart mit federkieldickem, schilfartigem Halm, breiten Blättern und großer, überhängender Rispe. Dieses Gras soll ein Das og Futter für Rindvieh und Pferde sein. — Das sog. Tuf sackgras, welches hauptsächlich auf den Falklandsinseln wächst, wurde früher ebenfalls zur Gattung F. als F. flabellata Lam. oder F. caespitosa R. et S. gerechnet, jetzt stellt man dasselbe zur Gattung Dactylis (s. d.).