Enchiridion (grch.), eigentlich das, was man Lin der Hando hält, daher soviel als Handbuch, kurzes, übersichtliches Lehrbuch einer Wissenschaft. Euchondröm (grch.), Knorpelgeschwulst. Enuchorisch —— einem Lande eigentümlich; daher enchorius morbus, endemische Krankheit. Eneina oder Enzina (del oder de la), der Begründer des span. Dramas, wurde um 1469 in dem Dorfe Enzinas bei Salamanca geboren. Nachdem er auf der dortigen Universität seine Studien gemacht, begab er sich nach Madrid, wo er in dem Hause des Don Fadrique de Toledo, ersten Herzogs von Alba, Aufnahme und Anstellung fand, wandte sich später nach Rom, wo er päpstl. Kapellmeister und Prior von Leon wurde. Von einer Reise nach erusalem kehrte er 1520 nach Rom zurück. Die etzten Jahre seines Lebens brachte er wieder in seinem Vaterlande zu. Er starb 1534 in Salamanca, wo er in der Kathedrale begraben liegt. Eine Sammlung seiner poetischen Werke gab er unter dem Titel &Cancionero (Salamanca 1496; mit mehrern neuen Stücken vermehrt, 1509 u. öfter) heraus. Die Sammlung wird eingeleitet durch eine prosaische Abhandlung: «Arte de trobarv, die einen interessanten UÜberblick über den damaligen Zustand der span. Verskunst gewährt und als einer der ersten Versuche einer span. Poetik merkwürdig ist. Die lyrischen Gedichte bestehen aus geistlichen und weltlichen und zeichnen sich, besonders was die mehr volksmäßigen Villancicos und Letrillas betrifft, durch eine große Leichtigkeit und witzige Anmut aus. Die Ubersetzung der zehn Idyllen und der „Bucolicas von Virgil ist höchst beachtenswert. Am wichtigsten aber vom Kamnauichen Standpunkte aus sind die zwölf dramatischen Gedichte, „Representaciones », d. i. Darstellungen, betitelt. Dieselben wurden im Hause seines Göonners, des Herzogs von Alba, Rous vest C. selbst trat darin manchmal in der Rolle des Lustigmachers (Graauaet auf; auch verfaßte er selbst die Musik zu den eingestreuten Liedern. Durch diese dramatischen Kunstgedichte, die man nicht mehr bloß in Verbindung mit religiösen He beraufde oder Volksbelustigungen in der Kirche oder auf dem Markte, sondern auf einer ordentlichen Buhne mit theatralischem Apparat und vor einem hochgebildeten Publilum darstellte, ist E. der Begründer des eigentlichen n. Dramas geworden. Die Aufführung der tücke wurde bald auch öffentlich vor einem gröbern Publikum wiederholt, und es läßt sich leich das Jahr der Eroberung Granadas (1492) zuglei als das der Einführung des Kunstdramas (comedia) in Spanien mit ziemlicher Bestimmtheit bezeichnen. Die duamatischen Gedichte E.s sind teils noch geistlichen, teils schon weltlichen Inhalts: die erstern sind Darstellungen biblischer Geschichten, vorwiegend Weihnachtsstücke; die letztern ländliche Schäferspiele voll Humor und Witz. Noch hat man von ihm eine versifizierte, aber poesielose Beschreibung seiner Reise nach Jerusalem: «Tribagia 6 via sagra de Hierusalemo (Rom 1521 u. öfter; zuletzt Madr. 1786). Eucke(Erdmann), Bildhauer der berliner Schule, geb. 26. Jan. 1843 in Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie und im Atelier von Albert Wolff. Er lieferte als erste größere selbständige Arbeit die Kolossalbüste von Friedr. Ludw. Jahn (in Bronze) • en Turnplatz in der Has Auchn bei Berlin; dann der Hauptfront des berliner Rathauses, sowie zahlreiche andere dekorative Figuren für öffentliche Gebäude, unter andern für die neue technische Hochtane in Charlottenburg. Besonders geschätzt sind eine nach der Natur modellierten Porträtbüsten. m J. 1876 wurde er mit der Ausführung der olossalen Marmorstatue der Königin Luise von Preußen betraut, welche im Tiergarten zu Berlin egenüber dem Denkmal König Friedrich Wil2 ms III. (von Drake) aufgestellt und gleich diesem mit einem reichen Figurenrelief (Darstellung der Leidens⸗ und Befreiungszeit) auf rundem Sockel geschmückt ist. Für die Herrscherhalle im Zeughause zu Berlin lieferte er die für Bronzeguß bestimmten Kolossalstatuen des Großen Kurfürsten und Friedrichs d. Gr. Im J. 1881 wurde er in die Akademie und den Senat gewählt, 1883 zum Professor ernannt. Eucke (Joh. Franz), einer der namhaftesten deutschen Astronomen, geb. 23. Sept. 1791 1 Hamburg, wo sein Vater Prediger an der Jakobikirche war, studierte unter Gauß in Göttingen, trat aber in den Freiheitskriegen 1813—14 in die Artillerie der Hanseatischen Legion ein und 1815 in reuß. Dienste als Artillerielieutenant. Nach dem Friedensschlu e nahm er den Abschied, nachdem er vom nachmaligen sächs. Staatsminister von Lindenau eingeladen war, die Stelle eines Gehilfen auf der Sternwarte Seeberg bei Gotha zu übernehmen. Nach kurzem Aufenthalt in Göttingen trat er im Juli 1816 diese Stelle an, und da Lindenau bereits 1817 die Sternwarte verließ, verwaltete E. diese bis zum Herbst 1825 und wurde 1820 zum Vizedirektor und 1822 zum Direktor ernannt. E. ward 1825 als Nachfolger von Tralles in dem Sekretariat der Akademie der Wissenschaften und als Nachfolger Bodes in der Direktion der Sternwarte nach Berlin berufen. Noch in Gotha bewarb sich E. um den astron. Preis, den Cotta ausgesetzt hatte, und erhielt denselben auch von den mit der Beurteilung beauftragten Astronomen Gauß und Olbers für seine Bahnbestimmung des Kometen von 1680. Hierdurch ward E. veranlaßt, auch das Problem, welches der Sch mit der Kometenaufgabe egeben war, in der Schrift »Die Entfernung der Somnes (2 Bdchn., Gotha 1822—24) durch die Diskussion der zwei Venusdurchgänge 1761 und 1769 zu lösen. Er bewies 1819, daß ein von Pons 26. Nov. 1818 entdeckter Komet die bis dahin noch nicht für möglich gehaltene kurze Umlaufszeit von beiläufig 1200 Tagen habe und schon 1786, 1795, 1805 beobachtet worden sei. Die Verfolgung der weitern Erscheinungen dieses Kometen, welche seit 1819 regelmäßig in den J. 1822, 1825, 1828, 1832, 1835, 1838, 1842, 1845, 1848, 1852 beobachtet wurden, machten es notwendig, außer den bisher bei den Himmelskörpern beachteten störenden Kräften noch eine andere Ursache hypothetisch anzunehmen, welche die Umlaufszeit bei jedem Umlaufe kürzer macht und am einfachsten durch ein widerstehendes Mittel, das auf den Kometen einwirkt, erklärt werden kann. Die Untersuchungen über diesen Gegenstand, sowie die spätern über Methoden ur Berechnung planetarischer Störungen, über Bahnbenimmungen u. s. w. veröffentlichte C. teils in den Abhandlungene der berliner Akademie und den «Astron. Nachrichten», teils aber auch in dem berliner «Astron. Jahrbuchv, dessen Herausgabe er seit 1830 besorgte. Außerdem gab er die „Astron. Beobachtungen auf der Sternwarte zu Berlin» (Bd. 1—4, Berl. 1840—56) heraus, besorgte die Herausgabe der akademischen Sternkarten und wirkte sehr erfolgreich als Lehrer an der berliner Universität. dan Herbst 1863 auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, lebte C. seitdem in Spandau und starb daselbst 26. Aug. 1865. Nach seinem Tode erschienen seine Abhandlungeno», zusammengestellt aus den Jahrgängen 1830—62 des berliner Astron. Jahrbuchso (3 Bde., Berl. 1866). Vgl. Bruhns, Johann Franz E.» (Lpz. 1869).