FeedMena (Juan de)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Mena (Juan de), namhafter span. Dichter, geb. 1411 zu Cordova, studierte auf der Universität Salamanca und später in Rom und lebte dann an dem kunstliebenden Hofe Johanns II. von Castilien. Der König ernannte ihn zu seinem lat. Sekretär und Historiographen, und seine Vaterstadt nahm ihn unter die Zahl der Vierundzwanzig (Stadtregenten) auf. Er starb 1456 und wurde zu Torrelaguna begraben. M. machte die ersten größern Versuche, nach lat. und ital. Mustern castilianische Gedichte zu verfassen, und schrieb das allegorisch-didaktische Gedicht EIL laberintoo, auch Las tres cientas o genannt (weil es 300 achtzeilige Stanzen umfaßt), das in formeller Hinsicht eine Nachahmung Dantes und Petrarcas, aber zu sehr mit Gelehrsamkeit überladen ist (älteste Ausgabe Sevilla 1496). Außerdem schrieb M. ein Gedicht, La coronaciono, zur Feier der Dichterkrönung des Marques de Santillana, ein allegorisch⸗-ascetisches Gedicht Contra los siete r pecados mortales o (Salamanca 1500), das un-r vollendet blieb, und mehrere kleinere Minnelieder,2 Rätselspiele und anderes im höfischen Tone, die [e im «Cancionero generalo stehen. Seine sämt-n lichen poetischen Werke erschienen oft zusammen ge-z druckt. Auch schrieb er eine prosaische Übersetzung einiger Gesänge der Iliade (Valladolid 1519). M. ist epochemachend in der Geschichte der span. Kunst⸗(e Rache und fand noch im Anfang des 16. Jahrh. achahmer in Spanien und Portugal. Ein bisher unbekanntes Gedicht von M.: Dezir sobre la justicia e pleytos e de la gran vanidad d'este mundo v, erschien 1876 in Madrid.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 611Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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