Englische Kunst. Das in so mancher Hinsicht reich begabte England hat in der Kunst niemals eine mehr als lokal bedeutsame Rolle gespielt. Der engl. Geist hat eine vorwiegend verständige, auf das Praktische und umtoge po gehende Richtung, sodaß auch in der Kunst das poetische Element vor diesem Geiste vielfach zurücktritt. Die Künste ermangelten in England stets der maßvollen Durchbildung und zeigten sich allzu geneigt, ins Bizarre, Übertriebene und Sonderbare auszuarten. Auch die engl. + haben diesen nationalen Charakter nicht verleugnet. Hume kommt nicht weiter als bis zum unerklärlichen Schönheitssinn, welcher in seiner Kultur Geschmack heißt. Burke führt das Erhabene auf den Trieb der Selbsterhaltung, das Schöne auf den der Geselligkeit zurück. Indes hat Burke bei aller materiellen Anschauung eine leise Ahnung „davon, daß das Schöne nicht für die Begierde sei. Hogarth suchte die Schönheit gar geometrisch zu zergliedern. Erst Ruskin hat neuerdings der engl. Asthetik eine breitere und tiefere Grundlage gegeben. Es ist unter diesen Umständen erklärlich, daß die Engländer, wenn in irgendeiner Kunst, in derjenigen etwas leisten mußten, die durch ihre Natur am engsten mit der Zweckmäßigkeit verbunden ist: in der Baukunst. Hierin allein hat England im Mittelalter etwas Selbständiges und Eigentümliches geleistet, aber nicht, ohne dieses seinem Charakter gemäß zum Teil außerhalb des Gebietes maßvoller Schönheit herauszubilden. Aus der altchristl. Architektur ist in England kein Beispiel vorhanden. Was unter den Angelsachsen zur Ausführung kam, zerstörten die Dänenkriege oder spätere Neubauten. Nach den Ornamenten in den angelsächs. Manuskripten zu schließen, scheint darin ein dem Orient entstammtes Gemisch von kalligraphischen Elementen und Tiergestalten geherrscht zu haben. Die normann. Invasion brachte auch normann. Kunstübung über den Kanal. In der Normandie bestand der Baustil in dem System der gewölbten Basiliken in strenger Konsequenz. Die engl.-normann. Werke aber haben ein gewisses Gepräge von Stolz und Wucht; sie erscheinen schwer und gewaltsam in der Masse und reich gegliedert in den Einzelheiten, welches letztere aber nicht aus dem innern Organismus des Baues, sondern aus der Sucht nach bunter Mannigfaltigkeit hervorging. Das umfassendste Beispiel für den engl.⸗ normann. Stil bietet die Kathedrale von Norwich, welche im Laufe des 12. Jahrh. ausgebaut wurde. Der got. Stil tritt dann in England um die Mitte jenes Jahrhunderts, und zwar zuerst in der Ornamentik auf. Gegenüber dem franz.⸗got. Stil, welcher an den konstruktiven Grundgedanken festhält, zeigt sich im engl.⸗got. Stil die Ausbildung und das Gewicht der Detailformen. Im Grundrisse hat diese Architektur eine beträchtliche Länge als Eigentümlichkeit. Selten genügt ein Querschiff; an der Ostseite wird die langgestreckte Lady-Chapel angebaut; im Innern werden leichte Säulenbündel angewendet; die Bogen sind reich gegliedert; außen an den Fagaden prunkvolle Dekorationen voll Laune und Bizarrerie. Den Türmen fehlt durchweg das achteckige Obergeschoß; die Spitzen derselben steigen als schlanke, achtseitige Pyramide empor, besonders häufig enden diese Gebäude aber bloß in O ohnehin Die Schlußperiode der Gotik, welche ohnehin in allen Landern zum Extravaganten geneigt auftritt, gestaltete sich in England zur fruchtbarsten. Damals herrschten die zungenförmigen, durchbrochenen Formen des Maßwerks besonders vor, welche in Frankreich dem Stil den Namen Flamboyant Art m haben. Vollkommen 1. Die de in ihrer Art ist die engl. Schloßbaukunst, die dann auch in manchen Stücken maßgebend auf die Kirchenbaukunst einwirkte. Die umfassendste Gelegenheit, die selbständige Entwickelung des engl.⸗german. Stils im ganzen wie im einzelnen zu beobachten, gibt die Kathedrale von Salisbury (1220 — 58); die edelste und reinste Durchbildung des german. Stils zeigt das Schiff der Kathedrale von Nork. Gerade diese aber fand keinen besondern Anklang in Lat Dan Vielmehr entfaltete sich später das der engl. Baukunst eigentümliche dekorative Element zu immer größerm Glanze, aber auch zu größerer Uberladung und leerem Prunk. Als wichtigstes Beispiel kann hier die Kapelle des Kings-College zu Cambridge (1441 —1530) gelten. Zahllose Bauten, die nach Beendigung der Kriege der Roten und Weißen Rose ausgefuhrt wurden, stellten den spätgot. 2.„„ für Rabr Zeiten fest, dessen ernste, malerische Majestät übrigens nicht geleugnet werden kann. Besonders ist das Innere der Hallen in Schlössern, Stadthäusern und Kollegien, deren noch mehrere aus dem 16. Jahrh. erhalten sind, durch malerische Anordnung der gesprengten Holzdecken von größter Wirkung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. beginnt Italien so stark auf England zu wirken, daß von einer eigentlich engl. Baukunst nicht mehr die Rede sein kann. Inigo Jones (s. d.), der Erbauer des Whitehall-Palastes, war ein getreuer Nachfolger Palladios. Christopher Wren (s. d.), der eine große Zahl von Prachtbauten ausführte und als Erbauer der Kirchen St.⸗Paul und St.⸗Stephan in London einen großen Ruhm gewann, war ebenfalls von seinen ital. und franz. Zeitgenossen völlig abhängig, doch nicht ohne Adel und Strenge in Verhältnissen und Anordnung. Gegen das Ende des 18. Jahrh., wo überall die Klassizität das Rokoko verdrängte, konnte auch England sich der Bewegung nicht entziehen. Stuarts „Antiquities of Athenso und andere Werke 571 ten ʃ1 eine wahre Begeisterung für den grie Baustil hervor, der denn auch allen klimatischen Bedingungen Rachyd zum Trotze vielfach angewandt wurde. Nach dieser Verirrung wurde der got. Profanstil wieder herrschend und wird noch jetzt auf tüchtige Weise gehandhabt. So sind die neuen Parlamentshäuser von Barry in diesem Stil erbaut. Diese mächtigen, sehr kostspieligen Gebäude sind für die Baumeister und Künstler aller Art eine treffliche Schule gewesen, namentlich da die großen Flächen auch bedeutenden Spielraum für Bildwerke darboten. Letztere sind im Detail oft von großer Schönheit, aber im ganzen mehr zierlich als großartig, sodaß sie nicht ganz die Eintönigkeit besiegen, welche durch die großen Massen und die geraden Linien hervorgebracht wird. Besonders reich ist das Innere ausgestattet. Als ein eifriger Gotiker ist Pugin (gest. 1852) zu nennen. Einen großartigen Beweis, was England zu leisten vermag, wenn die Zweckmäßigkeitsfrage allein in Betracht kommt, hat dasselbe 1851 durch den von Paxton (gest. 1865) erbauten Krystallpalast gegeben, der mit alleiniger Anwendung des Glases und Eisens und auf trockenem Wege in kurzer Zeit hergestellt wurde. Dennoch hat man für die Weltausstellung von 1862 dies Prinzip wieder verlassen und ist zum Steinbau zurückgekehrt. Dafür wurde aber der Krystallpalast nach Sydenham (s. d.n versetzt. Unter den Baumeistern der neuesten Zeit zeichnen sich außer den Genannten aus: Digby Wyatt (gest. 1877), Owen Jones (gest. 1874, Nuguson, der jüngere Barry, der Erbauer der Nationalgalerie, und Street, der Erbauer der neuen Gerichtshöfe. Restaurationsversuche antiker Gebäude machten Cockerell und Falkener. In der Bildhauerkunst ist eine Einwirkung der Schule von Niccolo Pisano, dem Wiedererwecker der Skulptur, auf die Plastik in der Normandie und somit in England unleugbar. Heinrich III. ist als der erste Herrscher anzusehen, der ein Interesse für die Kunst zeigte. Seine Statue und die der Eleonore bilden das wichtigste und trefflichste Monument der engl. Skulptur des Mittelalters. Heinrichs steter Verkehr mit Rom und seine Vorliebe für das Fremde zog fremde Künstler in das Land. Bis zum Anfange des 14. Jahrh. dauerte diese ergiebige Zeit. Im Laufe dieses Jahrhunderts gewinnen die Skulpturen nicht selten eine zarte Grazie. Der reiche architektonische Stil nahm die Kräfte der Bildhauerei stark in Anspruch und absorbierte sie endlich fast ganz. Bis gegen. Ende des 18. Jahrh. wurde weniges und unter diesem fast alles Bedeutende von fremden Künstlern ausgeführt. Dann trat nach einigen Vorläufern ohn Flaxman (s. d.) auf, zuerst ein genaueres tudium der Antike in England einführend. Es herrscht eine große Reinheit und Sittlichkeit des Gemüts in seinen Arbeiten; doch fehlte ihm noch eine genaue Kenntnis des menschlichen Körpers. Sein Zeitgenosse Nollekens (1737—1823) war ein entschiedener Realist und ebendeshalb, obwohl von mäßigem Talent, mehr beliebt. Dies gilt in noch höherm Grade von Chantrey (1782—1841), der eine große Menge von Grabmonumenten und Büsten ausgeführt hat; es fehlt ihm an plastischem Stilgefühl und gründlichem Wissen. Auch der ältere Westmacott (gest. 1856), Watson (gest. 1847) sind beliebte und talentvolle Künstler der realistischen Richtung. Unter den Künstlern der neuesten Zeit verfolgen mehrere mit Glück eine idealistische Richtung. Voran steht Gibson, der in Rom lebte und 1866 dort starb. Ferner sind zu nennen: Wyatt (gest. 1850), Baily (gest. 1867), Mac Dowell, Slater und der jüngere Richard Westmacott (gest. 1872). Größer ist freilich die Zahl derer, welche die realistische Richtung obachfn doch findet sich auch hier eine größere Beobachtung der plastischen Stilgesetze. So glänzen mit beiden Eigenschaften auf dem Gebiete der Porträtstatue J. H. Foley (gest. 1874) und Woolner. Genrestoffe bearbeitete mit Glück Munro (gest. 1871). Die Malerei wurde während des Mittelalters kaum in geringerm Maße als in Deutschland und Frankreich, in Verbindung mit den übrigen Künsten geübt. Maler von Bedeutung treten in England erst im 17. Jahrh. auf. Sie haben Holbeins und van Dycks Wirksamkeit zum Vorbilde. Zuerst findet sich, wie erklärlich, das Porträtfach angebaut. Neben Dobson, Jameson, Wright,‚ Cooper u, a. wirken vorzugsweise Ausländer, wie Peter Lely aus Soest und Gottfr. Kneller aus Lübeck. Durch Thornhill, welcher der Französischen Schule anhing, kam die barocke Richtung des Fresko stark in Ubung, auch malte er die Kuppel der Paulskirche zu London. Als der erste originelle engl. Maler muß W. Hogarth betrachtet werden (1697—1764), ausgezeichnet in der satirischen Schilderung der Sitten seiner Zeit, der Schöpfer der engl. Karikatur. Auch als Maler nicht unbedeutend, dazu ein geistvoller Kupferstecher, gab er zuerst der engl. Malerei jene Aenale e Richtung, die seitdem durch den Sinn des engl. Volks so sehr begünstigt wurde. Der eigentliche künstlerische Charakter und eine gewisse jener entgegengesetzte ideelle Richtung wurde in sie eingeführt durch Sir Joshua Reynolds (1723—92), der sich in Italien und hauptsächlich nach venet. Meistern gebildet Dem und als Präsident der 1768 organisierten Akademie der Künste nicht minder durch sein Beispiel als durch seine Schriften wirkte. Seine Nebenbuhler im Porträt waren Ramsay und G. Romney, vor allen aber der talentvolle Th. Gainsborough (1727—88), der auch das Genre kultivierte. Als der erste vorzüglichste Landschaftsmaler der Engländer verdient in derselben Zeit Richard Wilson, ein Nachahmer Claude Lorrains, genannt zu werden. Reynolds' Nachfolger als Präsident der Akademie war der nordamerik. Quäker Benj. West (1738— 1820), der zuerst als Hitorienmaler eigentliche Anerkennung fand, obgleich ihm das 19 schöpferische Talent fehlte. Mehr als durch seine Werke nützte er der engl. Kunst durch aTe e für das Gedeihen der Akademie und seine Teilnahme an der Gründung der British-Institution, welche beide Anstalten durch ihre Ausstellungen die Kunstliebe des engl. Publikums und den Wetteifer der Künstler auf ausgezeichnete Weise gefördert haben. Unter seinen Zeitgenossen, die ihm weder an äußerm Glück, noch an Studium, zum Teil aber an Wärme und Toedente überlegen waren, ist Füßli (gest. 1825) der bedeutendste. Die Davidsche Schule, welche ihren Einfluß von Frankreich über ganz Curopa verbreitete, übte auf England eine geringe Wirkung. Nur einzelne Künstler, wie Westall, strebten nach Eleganz und Theatereffekt im histor. Fache; andere, wie Hilton (1786—1839), Etty (1787—1849), Briggs, schlugen einen freiern Weg ein. Von lebendigerer und fruchtbarerer Phantasie war Stothart. Seit 1830 erregte besonders John Martin Aufsehen durch seine kolossalen Kompositionen aus der biblischen Geschichte, welche insgesamt durch seltsame Großartigkeit und unerhörte Licht⸗ +* großes Aufsehen erregten. Doch hat sich diese Richtung schon wieder überlebt. Die religiöse Malerei in England ist kalt, Bieiäite ch steif, ohne Leben und Enthusiasmus. Die Kirche lehnte seit der Reformation jegliche Verbindung mit der Kunst ab; vergebens hatten seit 1773 mehrere ausgezeichnete Künstler sich zur Ausschmückung der kahlen Paulskirche erboten. Die Geistlichkeit verbat sich solches ausdrücklich. Der Historienmalerei fehlte es bis in die neueste Zeit an Ermunterung zu öffentlichen Werken. Erst die neuen Parlamentshäuser gaben ihr einigen Raum. Die Ausführung der histor. Fresken darin leitete Charles Lock Castlake (s. d.), seit 1851 Präsident der Akademie, Historienmaler von korrekter Zeichnung, schönem Kolorit und feinem Gefühl. Neben ihm lösten diese monumentale Aufgabe in Erfindung und Ausführung Maclise (1811—70), Dyce, Herbert, G. F. Watts, CE. M. Ward (1816—79), Künstler, welche die neueste engl. Historienmalerei vertreten. Den Preis trug immer die Porträtmalerei davon die in Sir Th. Lawrence (1791—1830), der na Wests Tode Präsident der Akademie war, einen geistreichen Vertreter fand. Seine nur anscheinend mühelose Manier erweckte eine Menge von geringern Nachahmern. Nebenbuhler von ihm watren John Jackson und G. Dawe (1781 — 1829). Außerdem machten Th. Phillips, M. A. Shee (1769—1850), nach Lawrence Präsident der Aka⸗ (demie, H. Howard (1769 — 1847), W. Beechey (1753—1839), Ward, Rothwell, H. W. Pickersgill, W. Hobday, Gordon (1790—1864) und F. Grant (1804—78) als Porträtmaler sich berühmte Namen. In den sehr beliebten Bildern, welche Stoffe aus Dichtern behandeln, sowie in der Genremalerei werden die engl. Maler durch eine bedeutende Anlage für Charakteristik unterstützt, die sich sowohl in Reichtum der Motive als auch in schlagendem, bisweilen chargiertem Ausdrucke der Köpfe auslegt. Auch ist meist die Anordnung des Schauplatzes so- wie der Figuren vortrefflich, dagegen die Farbe rell und hart. Obenan und weit hervorragend sieht David Wilkie (s. d.). Nach ihm sind zu nennen: Chalon, Mulready (1786—1863, zart und 52ien Vortrage), Ward,‚ W. Collins (1787 —1837), Redgrave, F. R. Lee (1799—1879), J. Clark, J. C. Horsley, F. Goodall, H. O'Neil, T. Webster (fein niederländisch), W. B. Frith, dessen Bilder der Spiegel des engl. Volkslebens sind und neuerdings vor allem Millais und Leighton, die beiden gegenwärtigen Häupter der realistischen und der idealistischen Richtung der engl. Malerei. Du Fache der Landschaftsmalerei sind als die drei edeutendsten Constable, Turner und Bonington u nennen. Constable (1776—1837) hat die engl. atur in Regen und Sonnenschein mit kräftiger Farbe und leichtem Vortrage gemalt. Turner (1775—1851) ist das vielseitigste Genie, welches je in der Landschaftsmalerei existierte, Meer und Land, heroischer Charakter und Vedute, reinste Kunst und Verirrung über die Grenze der Farbe hinaus, alles ist bei ihm nebeneinander. Bonington (1801—28) stellt meist südl. Gegenden geistreich und wahr vor Augen. Diesen schließen sich an: Crome, Stanfield, W. Glover, Callcott, W. Collins, Th. Danby, F. D. Harding, W. Linnell, T. Creswick, H. MCulloch. V der Seemalerei sind Callcott, Stanfield und E. W. Cooke mit Auszeichnung zu nennen. Für die Tiermalerei besaß England in Sir Ed. Landseer (gest. 1873) eins der brillantesten Talente in diesem Fache. Daneben ist dieser Meister von solcher Vielseitigkeit, daß er auch in allen übrigen Darstellungsgebieten sich auszeichnet. In der Architekturmalerei ist D. Roberts (1796—1864) weitaus der erste, in der Blumenmalerei Miß Mutrie. Einer besondern Pflege erfreuen sich die Aquarellmalerei und die Miniaturmalerei, sodaß die Werke aus diesen Kunstzweigen zusammen mit den Zeichnungen auf engl. Ausstellungen immer in beträchtlich größerer Anzahl vorhanden sind als die Glbilder. Der Kupferstecherei wurde im Laufe des 18. Jahrh. eine sehr lebhafte Thätigkeit zugewendet; doch geht das Streben hauptsächlich auf eine brillante Technik. Die drei bedeutendsten Meister der strengen Linienmanier waren Robert Strange ledel und gehalten in seinen Leistungen), W. Sharp und Woollet, der besonders Landschaften stach. Daneben wurde der sog. Schwarzkunst eine ganz besondere Pflege. Die Hauptmeister sind hier S. Reynolds, M'Ardell, J. R. Smith, Watson, R. Carlom. Die weichere Punktiermanier, welche Bartolozzi leichtsinnig genug war einzuführen und beliebt zu machen, später der emporkommende Stahlstich, ließen die Stechkunst in England nicht auf der Höhe. Doch sind einige tüchtige Stecher, unbekümmert um das Begehren nach der Fabrikware reich ausgestatteter Boudoirwerke, ungestört ihren nde gegangen. Zu den 20. Crmöppaut Künstlern der neuesten 9 gehören: G. Cruikshank, der Karikaturist, als Radierer; als Stecher in Linienmanier: J. Burnet, E. W. Cooke, C. Goodall, W. Finden, R. Graves, G. T. Doo, J. T. Willmore, J. H. Robinson. In Schwarzkunstmanier arbeiten: C. Landseer, T. L. Atkinson, S. Cousins, W. Walker, T. Lupton, C. G. Lewis. Die Holzschneidekunst wurde durch das technische Talent eines Th. Bewick, der sie 1775 achsz wieder emporbrachte, sowie durch dessen Nachfolger Branston, Clennel, Nesbit u. a. zu einer bisher ungekannten Höhe gesteigert. Zu den vorzüglichsten Vertretern in der neuesten Zeit gehören: die Brüder Dalziel, M. Jackson, W. Measom und W. L. Thomas. Die Lithographie erhält namentlich im Landschafts⸗ und Architekturfache Muller, Harhe flege. Zu erwähnen sind: Roberts, Muller, Haghe, ashe, Clayton, Knight, Harding, Lynch. gl. Allan Cunningham, «Lives of British painters, sculptors and architects (5 Bde., Lond. 1829); Passavant, «Kunstreise durch England und Belgieno (Frankf. 1833); Waagen, «Kunstwerke und Künstler in Englando (2 Bde., Berl. 1837—38); derselbe, «Treasures of art in Great-Britaino (3 Bde., Lond. 1854—56).