FeedEntelechie
AllerleiBrockhaus 1882

Entelechie (grch.) ist in gewissem Sinne der Centralbegriff der Metaphysik des Aristoteles (s. d.), der Begriff der asubstantiellen Formy. Aristoteles unterschied in jedem Dinge den an sich nicht seien-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VI. den, nur die Möglichkeit des Werdens in sich tragenden Stoff (Ivte) und die ende Fem die Wirklichkeit des Einzeldinges erzeugende Form. Er nannte die den Stoff gestaltende Entwickelung (1 »note) die E., d. h. den individuellen Bildungstrieb des Stoffs, bezeichnete aber dann als die erste, d. h. primäre, ursprüngliche E. (&orn svrsMExeta) das vollendete ·—— selbst, dessen Thätigkeit er dann dynamischen Auffassung des organischen Lebens entnommen, hat dieser Begriff, wenn er auch in der neuern Zeit seine metaphysische Bedeutung verloren hat, doch in der erklärenden Wissenschaft der organischen Welt bis auf den heutigen Tag in den mannigfachsten Gestalten (Bildungstrieb, Entwickelungsgesetz, Vererbung u. s. w.) seine prinzipielle Wichtigkeit behalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 193Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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