Epinay (Louise Florence Pétronille, Dame de La Live d'), eine durch ihre Verbindung mit J. J. Rousseau und Baron Grimm beklannte Dame, 11. März 1726 zu Valenciennes geboren, war die Tochter eines franz. Offiziers, Namens Tardieu d'Esclavelles. Schön, geistreich und liebenswürdig, ward sie an einen Verwandten, den reichen General-Basdter d'C., verheiratet. Während ihr Gemahl das Leben eines Wüstlings führte, suchte sie selbst den Umgang der Philosophen und Schöngeister und trat 1745⁵ auch in ein vertrautes Verhältnis zu Rousseau. Herr von C. besaß außer dem Gute Epinay ein Schloß La Chevrette bei St.⸗Denis. Im Garten dieses Schlosses lag ein Häuschen, die Eremitage genannt, dicht am Walde von Montmorency. Dieses Häuschen, das Rousseau gefiel, ließ Frau von C. für ihren (Bärr einrichten. Ostern 1756 bezog Rousseau die Eremitage, die er bis in den Winter des folgenden Jahres, bis zur Zeit seines Bruchs mit Frau von C., bewohnte. Letztere schrieb«Mémoireso (herausg. von Brunet und Parison, 3 Bde., Par. 1818; neue Ausg., von Boiteau, 2 Bde., Par. 1865). Auch veröffentlichte sie ein mehrfach übersetztes Kinderbuch: Les conversations d'Emilies (2 Bde., Par. 1774 u. öfter), sowie die anonym erschienenen Schriften: Lettres à mon fils v (Genf 1758) und „Mes moments heureuxo (Genf 1752, 1758), die ihr jedoch von einigen abgesprochen werden. Sie starb 17. April 1783. Vgl. Perey und Maugras, La jeunesse de Madameè d'E.v (1882). Epinay-fur-Seine, Flecken im franz. Depart. Seine, Arrondissement St.⸗Denis, am rechten Ufer der Seine hübsch gelegen, 3 km im NW. von St.⸗ Denis, Station der Linie Paris-Ermont-Ereil der Nordbahn, mit 1215 C., vielen Villen, Zeugdruckerei, chem. Fabrik, Eisengießerei und Schmieden. Am 30. Nov. 1870 fand hier ein Gefecht statt.