Erdmannsdorf (in Schlesien), schön gelegenes Pfarrdorf, mit 952 evang. E., im Regierungsbezirk Liegnitz der preuß. ProvinzSchlesien, im Kreise Hirschberg, Amtsgerichtsbezirk Schmiedeberg, Landgerichtsbezirk Hirschberg, 7 km südöstlich von Hirschberg, halbwegs an der Straße von Hirschberg nach Schmiedeberg, in 385 m Höhe über dem Meere an der Lomnitz, 1816—31 Gut und Aufenthaltsort Gneisenaus, ist seit 1831 Besitztum des Königs von Preußen und ein von Fremden viel besuchter Sommeraufenthalt. Es hat ein königl. Schloß mit Gartenanlagen, drei Domänen, ein Vorwerk, seit 1840 königl. Krongut, ein Johanniterkrankenhaus, eine große, der Preußischen Seehandlung gehörige Flachsgarnmaschinenspinnerei und-Weberei mit 800 Arbeitern, zwei Stiftefabriken und eine Knochenmehlfabrik, Ackerbau und Viehzucht. Im Park liegt das Schweizerhaus der Fürstin von Liegnitz und an der Südseite des erstern seit 1875 der russ. Kaiserpavillon von der Wiener Weltausstellung des J. 1873, 20 m hoch; westlich davon die 1838 nach Cawelre Plan erbaute Kirche. Südlich liegen die Schweizerhäuser der 1838 gegründeten Tirolerkolonie Nieder-Zillerthal, Station der Zweigbahn Hirschberg-Schmiedeberg der Linie Kohlfurt-Altwasser der Preußischen Staatsbahn, mit 63 E. in 11 Häusern (1871); Hohen-Zillerthal mit 51 CE. in 9 Häusern gehört zu Seidorf; Mittel-Zillerthal mit 436 C. in 45 Häusern ist eine besondere Landgemeinde.