Erdmann (Otto Linné), deutscher Chemiker, geb. 11. April 1804 zu Dresden, Sohn des besonders um die dedieutenn der Schutzpockenimpfung in Sachsen verdienten Amtsphysikus und Arztes Karl Gottfried E. (geb. 31. Mai 1774, gest. 13. Jan. 1835), widmete sich zuerst einige Fahre der Pharmacie, kehrte aber später auf das Gymnasium zurück, um sich zum Studium der Medizin und Naturwissenschaften vorzubereiten. Er studierte dann seit 1820 auf der Medizinisch-chirurgischen Akademie zu Dresden, sich hauptsächlich mit Botanik beschäftigend, und von 1822 an in Leipzig, wo er sich bald der Chemie ausschließlich zuwendete, 1824 die philos. Doktorwürde erlangte und sich 1825 für Chemie habilitierte. Als 1826 die Anwendung des Nickels zur Fabrikation des Argentans bekannt wurde, widmete sich E. eine Zeit lang diesem Industriezweige als Chemiker einer von Berlin aus am Harz gegründeten Fabrik, kehrte aber nach einigen Reisen und einem Aufenthalt in Berlin nach Leipzig in seine Stellung als Privatdocent zurück. Die Resultate seiner Erfahrungen über das Nickel legte er in der Schrift cliber das Nickel (Lpz. 1827) nieder. Er wurde 1827 außerord., 1830 ord. Professor der technischen Chemie und Direktor eines von ihm zu errichtenden chem. Laboratoriums, welches 1842 nach seinem Plane zur Ausführung kam und das Muster mehrerer ähnlicher Anstalten geworden ist. E. starb zu Leipzig 9. Okt. 1869. Von seinen Forschungen sind vorzüglich die Untersuchungen über den Indigo und einige andere Farbestoffe, die von ihm gemeinschaftlich mit Marchand ausgeführten Arbeiten über die Atomgewichte der einfachen Körper und seine Untersuchungen über Leuchtgas zu erwähnen. Alle diese und andere Arbeiten E.s finden sich in dem von ihm herausgegebenen Journal für technische und ökonomische Chemies (Opz. 1828 -33) und dem teils von ihm allein, teils im Verein mit Schweigger-Seidel und Marchand, später mit Werther geleiteten Journal für praktische Chemiev (Lpz. 1834 fg.). E. veröffentlichte auch ein LLehrbuch der Chemiey (Lpz. 1828, 4. Aufl. 1851) und einen „Grundriß der Warenkunder (Lpz. 1833; 6. Aufl., 2 Bde., 1868). Die kleine Schrift Kber das Studium der Chemiey (Lpz. 1861) ist mehrfach übersetzt worden.