Ernst, Kurfürst von Sachsen, der Stifter der Ernestinischen (s. d.) oder ältern sächs. Linie, geb. 24. März 1441 als Sohn des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und der Erzherzogin Margareta von Osterreich. Als 14jähriger Knabe zugleich mit seinem Bruder Albert von Kunz von Kaufungen und dessen Verbündeten vom Schlosse zu Altenburg 1455 geraubt (s. Prinzenraub) und lücklich gerettet, folgte er seinem Vater nach dessen ode 1464 in der Kurwürde, regierte aber anfangs 21 Jahre lang die sächs. Länder auch im Namen seines Bruders Albert, bis beide Brüder in dem 26. Aug. 1485 zu Leipzig vollzogenen Vertrage dieselben miteinander teilten. Rer dieser Teilung, durch welche die jetzt noch bestehenden beiden sächs. Stammlinien, die Ernestinische und die Alberti-i nische, entstanden, erhielt E. außer dem Herzogtum Sachsen als seinen Anteil Thüringen mit den fränt. und vogtländ. Besitzungen, die Hälfte des Pleißner⸗ und Osterlandes, Naumburg-Zeitz, das Amt Jena u. s. w., während Albert das Land Meißen nebst dem, was diesem Teilungsstücke sonst noch als Zubehör bestimmt war, wählte. Die Bergwerksnutzungen in beiden Ländern blieben jedoch in Gemeinschaft. Kaiser Friedrich III. erteilte 24. Febr. 1486 zu Frankfurt bei Gelegenheit der röm. Königswahl Maximilians beiden Fürsten die Belehnung mit ihren Ländern und bestätigte die von I über die Rmiebiere Erbfolge festgesetzten Bestimmungen, sowie die Teilung selbst, durch welche, wie die Linheit des Fürstenhauses, so die Kraft und Macht des sächs. Staats für immer gebrochen wurde. Übrigens sorgte E. während der Zeit seiner Regierung für den innern Wohlstand seiner Länder, sowie für den äußern Anwachs derselben und kaufte 1472 für sich und seinen Bruder das Fürstentum Sagan in Schlesien von dem Fürsten Johann dem Wilden für 50000 Goldgulden, sowie 1477 vom Freiherrn Hans von Biberstein die Herrschaften Sorau, Beeskow und Storkow. Gegen Unrecht, Gewaltsamkeit und Anmaßung trat C. Adte Wögtt So zog er 1466 mit seinem Bruder gegen die Vögte von Plauen, die ihre Unterthanen bedrückten, und nahm ihnen Plauen, Olsnitz und Adorf, züchtigte 1477 Quedlinburg, das sich gegen seine Schwester, die Abtissin Hedwig, empört hatte, und brachte Halle, Halberstadt und Erfurt, die sich den getroffenen Anordnungen nicht fügen wollten, zum Gehorsam. Er ftarb 26. Aug. 1486 zu Colditz. Von seiner Gemahlin Clisabeth, einer bayr. Prinzessin hatte er vier Söhne, von denen der älteste, Friedri der Weise, und der jüngste, Johann der Beständige, ihm nacheinander in der Kurwürde folgten.