Eschenburg (Joh. Joachim), ausgezeichneter deutscher Litterarhistoriker, geb. 7. Dez. 1743 zu Hamburg, erhielt seine erste Bildung auf den dortigen Schulen, studierte zu Leipzig und Göttingen und kam 1767 durch Veranlassung des Abts Jerusalem nach Braunschweig; dort erhielt er später eine Professur am Carolinum, befreundete sich mit Lessing innig (ogl. E.s Briefwechsel mit ihm in Hempels Lessing-Ausgabev, Bd. 20), wurde zum Hofrat, Senior des Cyriakusstifts und endlich zum Geh. Justizrat ernannt und starb 29. Febr. 1820. Deutschland verdankt ihm die Bekanntschaft der vorzüglichsten engl. Schriftsteller im Gebiete der Asthetik, wie z. B. Browns, Webbs, Burneys, Priestleys und Hurds, die von ihm übersetzt und mit Anmerkungen begleitet wurden. Auch förderte er durch Berichte über die bemerkenswertesten Erscheinungen in der engl. Litteratur in Deutschland die Kenntnis der letztern. Noch größeres Verdienst erwarb er sich durch seine übertragung von Shakspeares «Schauspielen »(13 Bde., Zür. 1775—82; neue, ganz umgearbeitete Ausg., 12 Bde., Zür. 1798—1806). Außerdem wirkte E. nicht unbedeutend durch seinen «Entwurf einer Theorie und Litteratur der schönen Wissenschafteno (Berl. u. Stett. 1783; 5. Aufl., von Pinder, Berl. 1836) und die „Beispielsammlung zur Theorie und Litteratur der schönen Wissenschaften v (8 Bde., Berl. u. Stett. 1788—95), durch sein Lehrbuch der Wissenschaftskunder (Berl. u. Stett. 1792; 7. Aufl., Berl. 1825), das «Handbuch der klassischen Litteraturo (Berl. 1783; 8. Aufl., von Lütke, Berl. 1837), seine Denkmäler altdeutscher Dichtkunste (Brem. 1799), durch seine Ausgabe von Boners «Edelstein (Berl. 1810), Ausgaben und Lebensbeschreibungen neuerer deutscher Dichter, wie Zachariä, Ebert, Hagedorn, und Ausgaben einzelner Werke Lessings. 4u Perbagel Pfarrdorf im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt und Amtsgerichtsbezirk Garmisch, Landgerichtsbezirk München II, 10 km im S. von Murnau, am Austritte der Loisach aus den Alpen, mit 310 kath. E. Dabei eine Burgruine und ein Schwefelbad.