Escher von der Linth (Hans Konrad), schweiz. Staatsmann und hervorragend durch gemeinnützige Thätigkeit, geb. 24. Aug. 1767 zu Zürich, war zuerst in der Kreppfabrik seines Vaters in Zürich thätig, studierte dann 1786 —88 in Göttingen und trat nach einer Reise in Italien wieder in das väterliche Geschäft. Durch seine Mitbürger wurde er im Febr. 1798 in die sog. Landesversammlung gewählt, deren Aufgabe die Entwerfung einer neuen Kantonsverfassung sein sollte. Aber schon im März, nach der Gründung der Helvetischen Republik, folgte er dem Rufe in den gesetzgebenden helvetischen Rat. Hier leistete er in Verbindung mit Usteri, der in den Senat eingetreten war, teils durch Herausgabe des &Schweiz. Republikaners », teils durch lebhafte Teilnahme an allen Verhandlungen dem Vaterlande wesentliche Dienste, trat jedoch 1802 vom polit. Schauplatze zurück und begann sich der Hauptaufgabe seines Lebens zuzuwenden, der sog. Linth-Unternehmung. (S. Linth.) Ein schon 1784 vom Hauptmann Lanz von Bern der Tagsatzung mitgeteilter, durch Tulla und E. erweiterter Plan zu derselben wurde 1803 durch die züricher Gesandtschaft der in Freiburg versammelten Tagsatzung vorgelegt und nach Prüfung von der Tagsatzung 1804 angenommen. E. selbst erhielt dabei in der Eigenschaft eines Präsidenten der Aufsichtsbehörde die Ausführung und unterzog sich nun der großen Arbeit bis 7 Vollendung mit aufopfernder Hingebung. Auch die sittliche Bildung der Bewohner jener Gegenden förderte er mittelbar durch Unterstützung der glarner Hilfsgesellschaft, die auf dem durch die Linth-Verbesserung für Bepflanzung gewonnenen Boden eine landwirtschaftliche Armenschule begründete. Seit 1815 Mitglied des züricher Staatsrats, erwarb er sich auch in dieser Stellung sowohl im diplomatischen als administrativen Wirkungskreise Verdienste um sein Vaterland. Er starb 9. März 1823. Der Große Rat verlieh zum Andenken an seine Dienste ihm und seinen Nachkommen den Beinamen «von der Lintho», und die Tagsatzung ließ ihnr am Linthkanal ein Denkmal errichten. Ein Teil seiner geognost. Arbeiten wurde in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Vgl. Hottinger, Hans Konrad C.v (Zür. 1852). Sein Sohn, Arnold E. von der Linth, geb. 8. Juni 1807 zu Zürich, Professor der Geologie an der Universität zu Zürich, hat sich als Geognost und Geolog einen geachteten Namen erworben. Außer zahlreichen Beiträgen zu den „Denkschriften der allgemeinen Schweizer Gesellschaftv, zu Leonhards und Bronns «Jahrbucho und andern periodischen Schriften veröffentlichte er eine „(Karte des Kantons Glarusv (1849), hatte Anteil an Studers „Geolog. Karte der Schweizo und gab mit Bürkli „Die Wasserverhältnisse der Stadt Zürich und ihrer Umgebung» (1871) heraus. E. starb zu Zürich 12. Juli 1872. Vgl. Heer, Arnold C.v (Zür. 1873).