FeedEsmenard (Joseph Alphonse)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Esmenard (Joseph Alphonse), franz. Dichter, geb. 1770 zu Pelissanne (Depart. Rhönemündungen), wurde Mitarbeiter an pariser royalistischen Zeitungen, verließ aber Frankreich nach dem 10. Aug. 1792, und bereiste England, Holland, Deutschland und Italien. Nach Paris 1797 zurückgekehrt, war er wieder journalistisch thätig; nach dem 18. Fructidor als Redacteur der royalistischen Zeitung La Quotidiennen verbannt, ging er nach Griechenland und Konstantinopel. Später schloß er sich der Sache Napoleons an, kehrte 1799 nach Paris zurück und ward Mitarbeiter des Mercure de Francep. Dann bekleidete er die Stelle eines Sekretärs des Generals Leclere auf dessen Expedition nach San-Domingo, später folgte er dem Admiral te uud dramat nach La Martinique. Seine Gedichte und dramatischen Werke verschafften ihm das Amt eines Theatercensors in Paris, schließlich wurde er Direktor des 4Journal de l'Empires und Abteilungschef am Polizeiministerium; 1810auch in die Französis che Akademie aufgenommen. Nachdem er aber, Napoleons Intentionen entgegen, 1811 im Journal de LEmpiren eine heftige Satire gegen Rußland veröffentlicht wurde er in die Verbannung geschickt, erhielt Reic nach drei Monaten die Erlaubnis, nach Frankreich zurüczukehren. Auf der Rückreise starb C. 25. Juni 1811 in der Nähe der Stadt Fondi i Ur eines unlücklichen Sturzes aus dem Wagen. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: eine Ode, L'oracle du Janiculev, zu Ehren der Heirat Napoleons verfaßt: eine Sammlung von bonapartistischen Gelegenheitsgedichten: XLa couronne poéëtique de Napoléon (1807); ein 4Recueil des poësies extraites des ouvrages d'Helena Maria Williamso (aus dem Englischen übersetzt, 1808); zwei Opern, Trajano (1808) und Fernand Cortezv. (komponiert von Spontini). Sein bestes Werk ist das Lehrgedicht La Navigation, welches 1805 erschien, und später von acht auf sechs Gesänge verkürzt wurde. Darin beschreibt er die Fortschritte der Schiffahrt von ihrem Ursprung bis zu der neuern Zeit; die Verse e sind elegant und korrekt, aber kalt. E. war ein Schüler Delilles; es fehlt ihm zwar nicht an Geschmack und Zierlichkeit, aber an Wärme und Leben, doch findet man in der Navigationo einige gelungene Cpisoden und genaue nach der Natur verufaßte Schilderungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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