FeedEtuden
MusikBrockhaus 1882

Etuden (frz. Etudes, d. i. Studien) nennt man in der Musik solche Stücke, welche zur übung und Ausbildung in der Technik irgend eines Instruments verfaßt sind. Am meisten gibt es dergleichen Tonsätze für das Pianoforte. Der eigentliche Zweck der Etude ist, Passagen, Figuren und teäm üen so durchzuführen, daß der Studierende sie in allen Lagen und Wendungen frei beherrschen lernt. Indes faßt man das Wort Etude auch in einem höhern Sinne und versteht darunter ein Stück, in welchem der übungsstoff so verarbeitet ist, daß ein musikalisch abgerundetes, gehaltvolles Tonstück entsteht. So ist es gekommen, daß man sogar E. für Salon und Konzert komponiert hat, in denen dem spezifisch Instruktiven fast gar nicht mehr Rechnung getragen wird. Für E. rein technischer Art gebraucht man auch den Ausdruck Exercices (übungsstücke). Die Litteratur der E. ist neuerdings sehr angewachsen; klassische Bedeutung haben die ältern C. für Klavier von Cramer, Clementi, Czerny, Bertini, so- wie für Violine von Rode, Kreutzer, Campagnoli u. a. — In der Zeichenkunst nennt man die Vorlags⸗-oder ÜUbungsblätter, z. B. Köpfe, ebenfalls E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 406Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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