FeedGabrieli (Andrea)
MusikBrockhaus 1882

Gabrieli (Andrea), einer der trefflichsten Tonsetzer und Organisten des 16. Jahrh., geb. zu Venedig kurz nach 1510, machte seine Musikstudien bei Hadrian Willaert, trat 1536 als Sänger in die Kapelle des Dogen und wurde dann 1556 Organist an der zweiten Orgel der St. Markuskirche. Diese Stelle bekleidete er bis zu seinem Tode, der Ende 1586 erfolgte. Von G.s Kompositionen (Kirchensachen, Madrigalen, Orgelstücken) ist eine ziemliche Anzahl zu Venedig, Nürnberg und Antwerpen im Druck erschienen. Sehr bedeutend war er auch als Lehrer. Seine berühmtesten Schüler sind der Nürnberger Hans Leo Haßler, der Holländer Joh. Pet. Swelingk und G.s Neffe, Giovanni G. Letzterer, geb. zu Venedig 1557, wird schon 1575 als bedeutender Komponist genannt. Auch groß als Orgelspieler, erhielt er 1585 die Stelle als Organist an der ersten Orgel der St. Markuskirche. Er starb 12. Aug. 1612. Nicht weniger als in Italien wurde sein Name auch in Deutschland geachtet; es gehörten unter andern zu seinen Verehrern und Freunden der Herzog Albrecht V. von Bayern und die Fugger zu Augsburg, namentlich Georg Fugger. Sein bedeutendster Schüler war der treffliche Heinrich Schütz (s. d.). Zahlreiche Arbeiten von G., ebenfalls in kirchlichen Stücken, Madrigalen und Orgelkompositionen bestehend, wurden in Venedig und Nürnberg gedruckt. Eine ausführliche Darstellung und Würdigung seiner Kunst lieferte C. von Winterfeld in Johann G. und sein Zeitaltern (3 Tle., Berl. 1834).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 444Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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