Etymologie Wirti die Wissenschaft, die das etymon, d. h. das Wirkliche, das eigen ich zu Grunde Liegende sucht) ist der Teil der Sprachwissenschaft, welcher von der Ableitung der Worte durch Zerlegung in ihre konstituierenden Bestandteile handelt. Um ein Wort richtig ableiten zu können, ist das erste Erfordernis die richtige Sonderung seiner Bestandteile; diese sind die Wurzel, d. h. der Teil, welchem die Bedeutung anhaftet; die stamm⸗(oder wort⸗) bildenden Suffixe, welche den Begriff der Wurzel in bestimmter Weise modifizieren; die Flexionsendungen, welche die Beziehung des Wortes im Satze angeben, z. B. griechisch 86—1—6 (Gemahl), hat als Wurzel 10— (beschützen), —u- gibt die Bedeutung einer handelnden Person, 0—9— (Beschützer), — ist Nominativendung. Die vollständige Lösung dieser Aufgabe ist nur möglich, wenn es Huliuhte die Worte auf ihre Grundform, d. h. auf den a testen erreichbaren Lautbestand, zurückzuführen; im Gotischen lautet das entsprechende Wort faths (in bruth-faths, Bräutigam, eigentlich Brautherr): wer diese Gestalt des Wortes aber benutzt, um seinen Ursprung zu suchen, muß notwendig Falsches finden; es gehört also zur E. die genaueste Kenntnis der geschichtlichen Entwickelung der Laute von der ältesten Zeit an, d. h. vergleichende und histor. Grammatik. Daher gibt es eine hedenWistensa E. erst seit dem Aufkommen dieser beiden issenschaften. Die Neigung, den Ursprung der Worte zu suchen, ist zwar sehr alt (eins der bekanntesten ältesten Beispiele ist Platos „Kratylos „), a ein alle etymolog. Versuche der griech. und röm. Grammatiker sind wissenschaftlich wertlos, sie beruhen auf willkürlichen Einfällen, zufälligen Gleichklängen und führen nur durch Zufall bisweilen zu einem richtigen Resultat (Sammlungen der Etymologien griech. Grammatiker enthalten das sog. Etymologicum magnumo, herausg. von Schäfer, Lpz. 1816, und von Gaisford, Orf. 1848; das Etymologicum Gudianumo, herausg. von Sturz, Lpz. 1819, u. a.). Eine kurze Geschichte der ältern E. gibt Curtius, Grundzüge der griechischen C. v 6. Aufl, Lpz. 1879) in der Einleitung. Nachdem durch Bopp und Grimm die richtige Unterlage für etymolog. Forschungen gegeben war, erschien Potts Etymolog. Forschungen auf dem Gebiete der indogerman. Sprachen v (2 Bde., Lemgo 1833—36; 2. Aufl., 5 Bde., Detmold 1859—74), das für die E. dieses Sprachstammes grundlegende Werk. Die etymolog. Durchforschung des gesamten Indogermanischen bezweckt auch Fich „Vergleichendes Wörterbuch der indogerman. Sprachenv (3. Aufl., 3Bde., Gött. 1874—76). Unter Volksetymologie versteht man die Neigung des Volks, fremdartig klingende und unverstandene Worte durch Anschluß an bekannte mundgerecht zu machen und ihnen eine Art von verständlicher Bedeutung zu geben, wenn auch oft eine sehr sonderbare, so z. B. wenn aus Unguentum Neapolitanum aumgewendten Napoleon5, aus Illumination Sllampinationo, aus Sintflut «Sündfluto oder aus dem —— Ortsnamen Branibor 4Brandenburge gebildet wird. Vgl. Andresen, aliber deutsche Volksetymologier (3. Aufl., Heilbr. 1878). Endorf (Joh. Christian Mich.]), hervorragender Landschaftsmaler, geb. 28. Febr. 1801 zu Pösneck im Herzogtum Meiningen, erhielt auf der Akademie zu München seine künstlerische Ausbildung. Er wußte vortrefflich die tiroler Gebirgswelt aufzufassen, hatte aber ganz besondere Neigung für die nordische Natur, die er 1821 in Skandinavien aufsuchte und vor- Auch Jal. für düstere Stimmungsbilder benutzte. uch Island bereiste er 1827, und seit 1831 H. land. Dort malte er die vorzüglichsten seiner Bilder, so den Lusdehmmg in Schweden, ein Bild von großer Ausdehnung, Einfachheit und Naturwahrheit, jetzt in der Neuen Pinakothek in München. C. war in seiner Vortragsweise ein geistreicher Schüler der alten Meister, namentlich der landschaftlichen Poesie von Everdingen, schließt sich aber auch unverkennbar an den Norweger J. 1 Dahl an. Dabei verraten seine Werke das Rad lichste Studium der Natur. E. ist auch als Radierer aufgetreten und zeichnete vortrefflich in Kohle. Man hat von ihm eine ausgezeichnete Folge von 15 landschaftlichen Blättern. Er starb zu diger Ber 18. Dez. 1851.