Etzel (althochdeutsch Azzilo, Ezzilo) heißt lautverschoben der Name des Hunnenkönigs Attila (s. d.) in der deutschen Heldensage. In diese ist er auf zwei Wegen eingetreten: einmal aus dem ostgot. Sagenkreise durch Ermanarich und dessen Anknüpfung an die Dietrichssage, sodann aus dem burgundischen durch Gundicar (Gunther). So ist es gekommen, daß im Nibelungenliede, das die Fäden des großen Gewebes zusammenfaßt, Dietrich von Bern und Gunther von Burgund am Hofe König E.s aufeinanderstoßen; denn die Sage von Sie fried und den Nibelungen, welche älterer fränk. Herkunft, hatte ursprün lich mit Hunnen und Burgunden so wenig zus chasten als mit Ermanarich und den Amelungen (Ostgoten). Da in dieser Sagenverschmelzung die Schwester der Burgundenkönige nicht mehr ihre Brüder an Attila, sondern den ermordeten Siegfried an den Brüdern rächt, so erscheint E., als Kriemhildens Gemahl, hier nicht als die Ulutice Geißel Gottes, sondern in weit unschuldigerer Gestalt. In die Donaustädte Gran und