Eupatoria (Koslow), Kreis⸗ und Hafenstadt im russ. Gouvernement Taurien auf der Westküste der Krim, an der Bucht von Kalamita, mit (1871) 8294 E., meist Tataren, die Seifensiedereien und Gerbereien unterhalten und Handel mit Getreide, Häuten, Talg und Salz treiben. E. hat ein Zollamt, eine griech., eine armen. und eine kath. Kirche, drei Synagogen und 16 Moscheen. Die Lage der unter der Regierung Mithridates VI. Eupators von Pontus im Stadtgebiet von Chersonesos errichteten und nach diesem König benannten Befestigung Eupatoreion (Cupatoria) läßt sich jedoch nicht mehr genau bestimmen, vielleicht war es Inkerman; die neuere Übertragung dieses alten Namens in der russ. Form Jevpatoria auf die mittelalterliche, viel weiter nördlich gelegene Stadt Koslow ist daher durchaus willkürlich. Unter der Herrschaft der Tataren hieß die Stadt Gößlewe (Kozlew), dann Koslow, wie sie beim Volke noch heute genannt wird, obgleich die Russen bei der Abtretung der Krim unter Katharina II. auf diesen Ort den antilen Namen E. übertragen haben. In neuerer Zeit ist C. durch den Orientkrieg gegen Rußland bekannter geworden. Die Verbündeten ersahen diesen Ort bei der Krim-Expedition zum Landungsplatze und schifften nordwärts von E. beim Altfort vom 14. bis 18. Sept. 1854 ihre Truppen aus. Die Stadt ergab sich ohne Widerstand und wurde Anfang Febr. 1855 von 30000 Türken unter Omer-Pascha besetzt, welche am 17, Febr. einen Angriff der Russen unter General Chrulew abschlugen und E. hierauf als wichtigen Stützpunkt stark befestigten. Am 29. Sept. 1855 uberfiel der franz. General d'Allonville die russ. Ulanendivision Korff im Lager vor E. und zersprengte dieselbe. Erst nach dem Pariser Frieden wurde der Ort geräumt. Bei dem 18 km entfernten Salzsee Ssak befinden sich besuchte Etablissements für Schlammbäder.