Eurasier (eine Abkürzung aus Europ-Asier) oder Halbkasten Lengn Half-casts) heißen in Ostindien die Abkömmlinge von Europäern mit ind. Müttern. Ihre Zahl wird in Bengalen auf 20000, in ganz Ostindien auf mehr als 100000 geschätzt. Viele von ihnen erhalten eine europ. Erziehung und sprechen das Englische korrekt, wiewohl mit eigentümlichem Accent. Die Mädchen sind trotz ihres dunklern Teints meist schön und wohlgebaut, verheiraten sich daher vielfach mit Offizieren und Civilbeamten. Die Söhne finden gewöhnlich als untere Beamte in den Regierungsbureaus oder als Commis bei Kaufleuten Beschäftigung. In untergeordneten Stellungen sind sie im allgemeinen ehr brauchbar, jedoch ungleich weniger geschickt für ie Ausübung höherer selbständiger Amtsgewalt. Obgleich dieselben in neuerer Zeit Zutritt zu den höchsten Kreisen gefunden haben, werden sie von den Europäern, die sie häufig auch Vepery-Brahminen nennen, im allgemeinen nicht sehr geschätzt. Eure, linker Nebenfluß der Seine im nordwestl. Frankreich, entsteht im Depart. Orne im Walde von Longni bei Lande, in 234 m Höhe, berührt Chartres, Nogent-le-Roi, Anet, Ivry-la-Bataille, Pacy und Louviers und mündet nach einem Laufe von 225 Km, wovon 86 km schiffbar wären, wenn nicht 80 Fabriken ihr das Wasser entzögen, und nach Aufnahme der Vegre auf der rechten, der Blaise, Avre und des Iton auf der linken Seite unfern Pont-de-l'Arche oberhalb Rouen. Das Departement Eure, bestehend aus Teilen der östl. Normandie, hat ein Areal von 5957, àkm und zählte (1881) 364291 CE. (gegen 373629 im J. 1876 Abnahme 2,5 Proz.). Es bildet eine fruchtbare Ebene, nur hier und da von einzelnen Hügelgruppen überhöht, wie namentlich auch von den malerischen, steilen und bewaldeten Uferrändern der Seine, die im Nordosten das Departement quer durchschneidet, dann mit ihren großen Schlangenwindungen an einzelnen Munten, sowie mit ihrer breiten, busenförmigen Mündung seine Nordgrenze bildet. Alle Flüsse desselben münden in diesen Hauptstrom: rechts die Andelle und die südwärts fließende Epte, links die E. mit der Avre und dem Iton und die Rille. Das Klima ist mild, veränderlich, feucht und bei Nordwest⸗ und Westwinden nebelig, im ganzen aber gesund. Im allgemeinen ist die Ebene mit einer tiefen Schicht lehmigen Fruchtbodens bedeckt auf einer Unterlage von Kalkstein, zum Teil von Kreide, Land frt und Tuff. Längs der Seine ist das and strichweise sandig, an mehrern Stellen steinig und vollkommen steril, im ganzen aber sehr fruchtbar. Die Acker nehmen 376 915 ha ein. Der Ertrag der Obst⸗ und Gemüsegärten (23000 ba) ist sehr bedeutend, namentlich an Apfeln und Birnen, aus denen in einem gewöhnlichen Jahre 469 200 hl Cider und Poiré, im Werte von etwa 3200000 Frs. bereitet werden. Die Weinberge an der Seine, E. und Avre (1200 ha) geben in einem guten Jahre 21 795 hl Wein. Die ausedehnten Weiden und namentlich die künstlichen iesen ernähren eine große Anzahl Pferde und Rindvieh, das auf die Märkte von Sceaux und Passy gebracht wird. Außerdem zieht man Schafe, Schweine und Bienen. Die Waldungen nehmen 106595 ha ein. Kleines Wildbret, insbesondere Geflügel, gibt es in Menge und die Flüsse sind sehr sischreich. Eisen wird gewonnen, jährlich 150000 Ctr. Metall, auch finden sich Bau⸗ und Mühlsteine, Töpfer⸗ und neralane Walkererde u. s. w. Unter den kalten Mineralquellen hat die von Vieux-Conches den meisten Ruf. Die Industrie ist sehr lebhaft und mannigfaltig. Die Hohöfen, Eisen- und Kupferhütten (34 Etablissements), welche letztere engl. und Chilikupfer verarbeiten, beschäftigen 3000 Arbeiter. Auch bestehen Hammerwerke für Eisen⸗ und Weißblech, Nagelschmieden, Fabriken in Stecknadeln und Quincailleriewaren. Bedeutend sind ferner die Fabriken für Gewebe mit 51200 Arbeitern, namentlich Wolle und Baumwolle (275 Fabriken), in Zwirn und Band, sowie die Rot- und Weißgerbereien, Färbereien, Bleichereien, Töpfereien u. s. w. Das Arrondissement Louviers ist das an Fabriken reichste. Im ganzen produzieren etwa 70000 Arbeiter jährlich fur 35 Mill. Frs. Zudem wird ein wichtiger Ausfuhrhandel mit landwirtschaftlichen und industriellen Produkten betrieben, welchen das Meer, die Seine und die schiffbare Verbindung mit Paris, Rouen, Havre u. s. w. sehr fördern. Das Departement hat zur Hauptstadt Evreur (s. d.) und zerfällt in die fünf Arrondissements Evreux, Louviers, Les Andelys, Bernay und Pont-Audemer, in 36 Kantone und 700 Gemeinden. Vgl. Passy, „Description géologique du département de Il'E.v (Par. 1875); Joanne, «Géographie du département de I'E.v (Par. 1881). Das Departement Eure-et-Loir, südlich vom vorigen, zusammengesetzt aus Teilen der ehemaligen Gouvernements Orléannais, Maine (Perche) und Isle-de-France, hat ein Areal von 5874,3 qkm und zählt (1881) 280097 E. (gegen 283075 im J. 1876, Abnahme 1 Proz.). Den westl. und nordwestl. Teil bildet wellenförmiges Hügelland, reich an Thälern, Quellen, Bächen und Teichen, den östlichen dagegen unabsehbare, einförmige, wasserarme, zum großen Teil aber sehr fruchtbare Ebenen. Den Norden bewässert die hier noch nicht schiffbare E. mit der Vegre, Blaise und Avre, einen kleinen Teil des Westens die Huisne, den Süden der Loir mit der Conie und Ozanne. Nirgends finden sich natürliche oder künstliche Wasserstraßen. Das Klima ist gemäßigt und mild, die Luft rein. Der Boden besteht teils aus Thon, gemischt mit Sand oder Kiesel, teils auch, besonders im Westen, aus kahlen Heidestrecken und Sandfeldern. Die Hügel sind bald aus Sandstein und Feuerstein, bald aus Feuerstein und Mergel zusammengesetzt. Letzterer findet sich indes fast überall und dient zur Verbesserung der Felder. Das Departement seht an der Spitze der vorzugsweise ackerbautreibenden und bringt fast dreimal soviel Getreide hervor als die übrigen im Durchschnitt. Es kommen auf die Acker 468847 ha. Zwei Dritteile des Landes, zur Beauce gehörig, bilden eine der reichsten Kornkammern Frankreichs und RiSn einen Weizenspeicher (1874: 2832 633 hl1 Weizen) für Paris. Im übrigen Lande baut man Roggen, Gerste und Hafer. Auch werden mehr Kartoffeln als in den Nachbargegenden gewonnen (515000 hl), sowie Gemüse, Hanf, Fachs, Wau, Rübsamen, Kardendisteln und viel pfel zur Ciderbereitung. Runkelrüben werden vorzugsweise im Arrondissement Chartres gebaut. Die Steckrüben von Saussair, die Melonen von an Ruf Der⸗ die Zwiebeln von Chaudons stehen in Ruf. Der Weinbau (4636 6. nimmt jedoch quantitativ und qualitativ einen sehr untergeordneten Rang ein. Die Wiesen (19807 ha) und die guten Weiden unterhalten eine große Menge Rindpvieh, Pferde und besonders Schafe (830000), deren [Wollertrag mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Ertrags in den übrigen Departements übersteigt. Die Waldungen nehmen 55523 ha ein. (Eisen findet sich ziemlich häufig, außerdem gute Bausteine, Töpfer⸗ und Fayencethon. Neben dem Reichtume der Landwirtschaft ist die Industrie, die Mahlmühlen ausgenommen, nicht nennenswert. Der Handel ist . Die Versorgung von Paris mit Getreide, Mehl, Schafen und Geflügel, sowie die Ausfuhr von Korn und Wolle in die benachbarten Gegenden bringt reichlichen Gewinn. Das Departement hat zur Hauptstadt Chartres (. d.), zerfällt in die vier Arrondissements Chartres, Chäteaudun, Dreux und Nogent-le-Rotrou, in 24 Kantone und 426 Gemeinden. Vgl. r. 4(Géëographie du département de IPE. et oiro (Par. 1881).