Evaus (Oliver), einer der größten Mechaniker seiner Zeit, der sich namentlich durch die Einführung der Hochdruckdampfmaschine ohne Kondensation verdient gemacht hat, wurde 1755 in Newport im nordamerik. Unionsstaate Delaware von armen Eltern geboren. Zu einem Wagner in die Lehre gebracht, zeigte er ein hervorragendes Talent en mechan. Arbeiten, und besonders wendete er seine Aufmerksamkeit der Aufgabe zu, die Dampfkraft für allerlei nützliche Zwecke verwenden. Kaum 17 J. alt, erfand er eine Spinnmaschine und eine Mühleneinrichtung und entwarf eine Hochdruckdampfmaschine ohne Kondensation, die er auch zur Fortbewegung von Wagen vorschlug und von welcher er 1787 und 1794 Zeichnungen und Ug Dur ungen nach England sendete. Eine Erfindung, durch welche er sich im Alter von 24 Jahren bekannt machte, war die einer Maschine zur Herstellung der Drahtzähne für Kratzen, wie sie in der Woll⸗ und Baumwollspinnerei gebraucht werden. Um 1780 verband sich E. mit seinen Brüdern, die ihres Handwerks Müller waren, und wendete seine Erfindungsgabe mit ausgezeichnetem Erfolg dazu an, die Details des Mühlenbetriebs zu verbessern. Schon 1786 suchte er bei der pennsylv. Regierung die Patentierung einer Dampfmühle und eines Dampfwagens nach, die mit hohem Dampfdruck betrieben werden sollten, wurde aber mit seinen Projekten abgewiesen; erst 1797 erhielt er ein Patent von der Regierung von Maryland. Im J. 1800 begann er mit dem Bau eines durch eine Hochdruckmaschine ohne Kondensation betriebenen Dampfwagens; bald kam er jedoch zu der Einsicht, daß es für ihn pekuniär Rieb der Mü sein werde, seine Maschine für den Betrieb der Mühlen nutzbar zu machen, und er baute demgemäß eine in der Form ganz neue Dampfmaschine, die er mit vielem Glück zum Betrieb einer Getreide-, sowie später einer Gipsmühle benutzte. Im Auftrag des Sanitätskollegiums in Philadelphia baute er 1804 eine Art Dampfbagger, ein auf Rädern montiertes flaches Fahrzeug, das, durch ein von einer Dampfmaschine wegtes Schaufelrad getrieben, den Schuylkillfluß befuhr, um die Docks von Philadelphia zu reinigen. Der Transport des Fal —47 von der Fabrit nach den Docks wurde von der Maschine desselben, die also hier als Lokomotive diente, bewirkt. ECtwa um dieselbe Zeit übernahm er kontraktlich den Bau der Maschine für ein Dampfschiff, das auf dem Mississippi regelmäßige Fahrten zwischen Neuorleans und Natchez zu machen bestimmt war; finanielle Schwierigkeiten verhinderten indes die Ausfahrung des Unternehmens, und die für diesen Zweck gebaute Maschine wurde in der Folge zum Betrieb einer Sägemühle benutzt, wo sie in befriedigendster Weise funktionierte. Ini Sept. 1804 legte E. der Lancaster Turnpike Company einen Üüberschlag der Kosten des Lokomotivbetriebs auf Landstraßen vor, wobei er die Leistung des Dampfwagens derjenigen von zehn fünfspännigen Wagen entgegenstellte. E. erreichte in Amerika nie den Erfolg, wie ihn James Watt (. d.) in England hatte; dennoch widmete er seine Thätigkeit der Ausbildung der Dampfmaschine mit rastlosem Eifer bis ans Ende seines Lebens und wird deshalb zuweilen der amerik. Watt genannt, wie ihm auch der Kongreß der Vereinigten Staaten, als er sein Patent bis zum J. 1825 verlängerte, den ehrenvollen Beinamen eines „Wohlthäters des Vaterlandeso gab. Er brachte mit den bescheidensten Mitteln, da kein Kapitalist sich bereit sand, ihn zu unterstützen, die von Watt erfundene Dampfmaschine der Vollkommenheit nahe, denn bis dahin hatte der niedrige Dampfdruck immer noch der allgemeinen Anwendbarkeit derselben im Wege gestanden; er war der erste, der ernstlich versuchte, die gesteigerte Kraft des Dampfes als Betriebsmittel für den öffentlichen Verkehr einzuführen, und seine Bemühungen in diesem Sinne haben, wenn auch zur Zeit erfolglos, die spätere günstige Entwickelung des Eisenbahnbaues in Amerika vorbereitet. In der Müllerei verdankt man ihm eine ganze Reihe von Maschinen und Maschinenteilen, wie den Clevator, den Conveyer, den Mehlabkühler, den 248 Schri und mehrere andere Apparate. Auch als Schriftsteller hat sich E. auf dem Gebiete der Mechanik und insbesondere des Mühlenbaues verdient gemacht. Sein bereits 1795 in Neuyork erschienenes Werk The voung millwrights and millers guiden blieb noch lange nach seinem Tode mustergültig, erlebte fünf berseht und wurde von Benoit ins Französiche übersetzt (Par. 1830). Im J. 1805 schrieb er The young steam-engineer's guide » (in franz. Übersetzung von Doolittle 1822). E. starb 19. April 1819 in Pittsburg.