FeedElder (John)
TechnikBrockhaus 1882

Elder (John), namhafter engl. Ingenieur, der sich besonders um die Einführung der Compound-Maschine zum Betrieb der Dampfschiffe verdient gemacht hat. E. wurde am 8. März 1824 in Glasgow geboren, wo sich bereits mehrere seiner Vorfahren durch ihr konstruktives Talent im Mühlenbau ausgezeichnet hatten. Seine Ausbildung erhielt er auf der höhern lat. Schule seiner Vaterstadt, sowie auf der dortigen Universität. Hier ber 5 er, allerdings nur kurze Zeit, Vorlesungen über Maschinenbau und erlernte sodann die Praxis unter der Leitung seines Vaters in den Werkstätten der namentlich im Mühlenbau bedeutenden Hulich Napier, indem er sich auch zu einem ungewöhnlich tüchtigen Zeichner heranbildete. Nachdem er in der fabri drei Jahre dem Zeichenbureau der Maschinenabrik von Robert Napier vorgestanden, wo sein Vater Geschäftsführer gewesen war, wurde er 1852 Teilhaber der bis dahin als Randolph, Elliot u. Comp. bekannten Firma, die von 1860 an den Bau eiserner Schiffe unternahm. Zu jener Zeit hatten die namentlich von Hornblower und Woolf, den Erfindern der Compound-Maschine, und später von Allaire, Smith, Me Naught, Craddock und Nicholson angestellten Versuche, sowie die wissenschaftlichen Forschungen Thompsons, Rankines, Clausius' u. a. den Weg gezeigt, auf welchem Verbesserungen des asif Typus der Dampfmaschine zu erstreben seien. Die hieraus abzuleitenden praktischen Folgerungen wurden schon früh von E. erkannt und demgemäß war derselbe eifrig bemüht, die Prinzipien, die er mit Hilfe seiner gründlichen Kenntnis der Wärmelehre wie der Mechanik 000t vollen Wert nach zu erfassen vermochte, Dir er vorteilhaft anzuwenden. So war er einer er ersten, welche auf die Thatsache aufmerksam machten, daß die Compound-Maschine sich nur dann leistungsfähiger als die eincylindrige Dampfmachine erwies, wenn Dampfdruck und Expansion über Mit seinen eigenen Ausführungen hatte E. gleich anfangs Glück, und von 1853 bis 1867 waren er und seine Compagnons fortwährend mit dem Bau von Dampfschiffen und der Aufstellung von Compound-Maschinen für dieselben beschäftigt. Der Vorzug ihrer Maschinen vor den bis dahin gebräuchlichen Konstruktionen bestand vor allem in der bedeutenden Brennstoffersparnis. Die Maschinen ihres ersten Schiff, des Brandon, erforderten nur 3½¼½ Pfd. (1,6 Kkg) Kohlen pro Stunde und pro Ete Berdr und dies im J. 1854, als der gewöhnliche Verbrauch ein volles Dritteil mehr betrug. Ras Jahre später din n aus ihren Werkstätten aschinen hervor, die noch ein Dritteil weniger als die des Brandon verbrauchten; und von da an ergaben alle ihre größern Maschinen eine damals 5 außerordentlich geltende Okonomie, indem der edarf derselben zwischen 2½ und 2½ Pfd. (0,„˙— 1J kg) variierte. Im J. 1865 ordnete die engl. egierung eine Konkurrenzfährt mit drei Kriegsschiffen an, die nur hinsichtlich der Konstruktion ihrer Loultenert verschieden waren, wobei das von E. konstruierte, mit zwei dreicylindrigen Compound-Maschinen ausgerüstete Schiff, die Constance, sowohl hinsichtlich des Brennstoffverbrauchs als der Reibungsverluste die günstigsten Resultate lieferte. E. starb am 14. Sept. 1869 in London.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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